Friedrich Torberg über Kaiserschmarrn und Kompott

Friedrich Torberg signiert sein Buch "Die zweite Begegnung" im VS-Information Center in Wien 1., Kärntnerstraße 38. Torberg. Quelle: Wikimedia, gemeinfrei, Foto: USIS - Friedrich Torberg 1.jpg (ÖNB, Bildarchiv der US-Informationsdienste in Österreich Inventarnummer: US 23.157

Wien, Österreich (Gastrosofie). Der am 16. September 1908 in Wien als Friedrich Ephraim Kantor-Berg geborene Friedrich Torberg, der am 10. November 1979 in Wien starb, war ein Schriftsteller, Journalist, Publizist, Drehbuchautor und Herausgeber, der sich stets als tschechischer Österreicher und Jude empfunden haben solle.

Der Wiener deutscher Zunge und also Schreibe arbeitete unter anderem beim „Prager Tagblatt“ und auch als Sportreporter sowie Theaterkritiker. In Wien war er wie andere Edelfedern Stammgast im Café Herrenhof.

Über die berühmteste Süßspeisen der österreichischen Küche, die sich vom Habsburger Kaiser Franz Joseph I. ableitete, schrieb er in „Die Tante Jolesch oder der Ursprung des Abendlandes in Anekdoten“ (1975, 336 Seiten, Neuauflage, Verlag: DTV, München 1996, ISBN: 3-423-01266-8):

Kaiserschmarrn auf einem Teller im Krimmler Tauernhaus am 14.6.2013. © Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow

„Der Herr hat Kaiserschmarrn mit Kompott bestellt“, berichtet der Kellner, „und ich habe ihm Zwetschgenröster gebracht.“ „Na also.“

Mit gerunzelten Brauen mustert Herr Neugröschl den widerspenstigen Gast. „Was will er denn noch?“

„Er sagt, Zwetschgenröster sind kein Kompott.“