Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Daß Wolfram Siebeck „der Vorkoster der Nation“ gewesen sei, das steht auf der Heimatseite des Konzerns Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH im Weltmetz, und daß der Mann „ein unermüdlicher Streiter für den guten Geschmack“ gewesen sei.
Nun, Wolfram Siebneck war – keine Frage – ein Lohnschreiber der üblichen und mir üblen Lücken- und Lügenmedien der BRD. Einen Blödblogger will ich ihn nicht nenne, auch wenn er am Ende seiner Tage den Blog „Wo is(s)t Siebeck – Ein Reisetagebuch“ produziert.
Das Gegenteil ist eher der Fall. Das Gute, Wahre und Schöne an Wolfram Siebeck waren in gewisser Weise seine Angriffe „auf Fast Food, Fertiggerichte und nicht artgerechte Tierhaltung“. Davor ziehe ich meinen Hut. Allerdings hielt er es auch mit manchem Hof.
Kenner und schätzten seinen „scharfen Ton, seinen leisen Spott, aber auch seine wunderbare Ironie“. Man darf ihn durchaus eine Edelfeder nennen, der wohl das Florett bevorzugte, nicht den Säbel oder das Schwert.
Beim bereits erwähnten Konzern heißt es zum beworbenen Buch „Über den Tellerrand hinaus“ von Wolfram Siebeck, daß das „ein von ihm selbst komponiertes, doch zu Lebzeiten nicht mehr veröffentlichtes Buchprojekt“ gewesen sei und weiter: „In den 83 brillanten Miniaturen rund ums Kochen, Essen und Genießen leuchtet ein letztes Mal Siebecks Haltung und Philosophie auf: von A wie al dente über K wie Küchenradio und T wie Trinkgeld bis W wie Werkzeug. Durchgehend pikant gewürzt mit Illustrationen von Isabel Klett und abgeschmeckt mit einem Vorwort von Eckart Witzigmann.
Angesichts unzähliger Werbenutten und Trendhuren, Pressköter und Tippstrolche, Blödblogger und Beeinflusser, die wie eine Krankheit klingen, wäre Wolfram Siebeck heute einer der wenigen Sterne am Himmel über der Hölle der üblichen und mir üblen Schwätzer und Schmierer, weil bereits der Einäugige unter den Blinden der König ist.
Bibliographische Angaben:
Wolfram Siebeck, Über den Tellerrand hinaus, Sprache: Deutsch, Illustrationen: 2c-Illus im Text, Illustrationen: Isabel Klett, Vorwort: Eckart Witzigmann, E-Buch, Verlag: Ludwig im Konzern Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, München, 1. Auflage 26.3.2018, ISBN: 978-3-641-22379-3, Preise: 11,99 EUR (Deutschland, Österreich) 16 SFr
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