Manitoba bison ribs – Bestes Bison im „Feast“ in Winnipeg

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Bison auf der Prärie. Quelle: Pixabay, Foto: skeeze

Winnipeg, Manitoba, Kanada (Gastrosofie). Wen es einmal nach Winnipeg, die Hauptstadt der kanadischen Provinz Manitoba, verschläge, der sollte sich Bison – erste auf der Prärie, dann auf dem Teller – gönnen. Natürlich sind Bisons in Manitoba keine nordamerikanischen Wisente. Im Gegenteil. Ein Wisent ist ein europäischer Bison (Bison bonasus), aber als solcher im Grunde genommen nur noch in Wildgehegen anzutreffen. Der Bison in Nordamerika wird amerikanischer Bison (Bison bison) genannt.

Der eine sieht dem anderen äußerlich absolut ähnlich. Kreuzen kann man beide bestens. Bewundern kann man einige Wisente im Rothaargebirge in der BRD, ein paar mehr im Nationalparks Białowieża in Polen.

In Kanada liefen einst schätzungsweise zwei Millionen Bisons gleichzeitig über die Prärie. In ganz Nordamerika sollen Schätzungen zufolgte einmal bis zu 50 Millionen Bisons gleichzeitig gelebt haben. Mittlerweile dürften es in Nordamerika wieder 10 000 sein. Auch in Kanada gibt es wieder Bisons, in Alberta beispielsweise und in Manitoba. Um sie zu sehen, darf die Teilnahme an einer Bison Safari als echtes Naturerlebnis empfohlen werden, bestenfalls auf einem Pferd, und anschließend ein Besuch bei Christa im Feast Cafe Bistro in Winnipeg.

Als gebürtige Winnipegerin kann sie viel über Land und Leute, Stadt, Kultur und Kulinarik, aber auch Geschichte und Gegenwart erzählt. Sie ist stolzes Mitglied der Peguis First Nation. In keine Stadt in Kanada leben so viele Ureinwohner (First Nations). Seit 20 Jahre verfeinert sich ihre Kochkünste und mehr ihr Wissen über indigene Lebensmittel. Bei ihr gibt es also echte Hausmannskost, ehrliche und traditionelle Küche, aber auch moderne Gerichte, deren Wurzeln in der Kulinarik der First Nation liegen. Ureinwohnerküche sozusagen. Wer will, der kann Christas Rezepte auch mit nach Hause nehmen. Sie hält Publikationen wie „Canadian Living“, „Chatelaine“ und „Food Network Canada“.

Und im „Feast“ Café Bistro in einem Eckgebäude aus Backstein hält sie Bison bereit. Die Qual der Wahl ist die zwischen Fire-Roasted Buffalo Lasagna, Slow-Roasted Rosemary Manitoba Bison und Bison Ribs. Am besten alles auftischen lassen und von allem probieren. Das Fleisch ist von Bisons aus der Gegend. Serviert wird es mi hausgemachter Wildblaubeer-BBQ-Sauce, Zuckermais-Niblets und Pommes Frites, Wildreismischung oder Kartoffelkürbisbrei. Der Kartoffelkürbisbrei ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Wucht und wird auch langsam geröstetn Rosemarin-Manitoba-Bison mit Gemüse der Saison, Meerrettich, einer dunklen Jus, einem konzentrierten und entfetteten Fleischfond, der beim Erkalten geliert, und wildem Blaubeerkompott serviert. Sehr lecker. Der Bison in der Lasagne ist – keine Frage – durch den Fleischwolf gedreht und liegt als Hack mit gerösteten Tomaten, bei Basilikum und Knoblauch unter drei Käsesorten. Muss man mögen. Bison Burger auch.

„Es gibt drei gute Gründe für den Verzehr von Bisonfleisch“, meinen die Eingeborenen und vergessen nicht zu erwähnen, dass „der Präriebison in der Fachsprache sogar Bison bison bison“ heißen würde. Ob das auch Buffalo Bill gewusst hätte?

Unser Bisonfleisch im „Feast“ enthält essentielle Aminosäuren, was wichtig für den Zellaufbau ist, und Vitamin B für das Nervensystem und gesunde Haut. Zudem liefert es Eiweiß, Eisen, Zink und Selen. Vergleicht man es mit Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch hat es den großen Vorteil, nicht einmal ein Drittel dessen an Fett aufzuweisen wie die anderen Fleischsorten. Bisonfleisch ist also sehr fettarm. 100 g Bisonfleisch hat nur 2,4 g Fett, nur 143 Kalorien und einem Cholesterinwert von 82/100g. Ich beiße in den Bison. Das schmeckt ein wenig nach Wild, nussig, nicht herb, ähnlich wie Rindfleisch vielleicht? Vielleicht. „Die Garzeit sei kürzer als bei Rindfleisch, meint Christa, und das Fleisch zarter“. Man könnte praktisch auf das Messer verzichten, scherze ich. „Und Großvater auf sein Gebiss“, scherzt Christa zurück. Da haben sich zwei gefunden.

Sie weiß auch zu berichten, dass Bisonfleisch ca. 30 Prozent weniger Wasser enthält als die gleiche Menge Rind. Anders gesagt: Was man in den Ofen gibt, ist auch nachher noch da. Auf Grund seiner Struktur sei das Fleisch für Sportler und Journalisten, die körperlich beansprucht werden, nahezu ideal. Die extrem leicht abbaubaren Eiweiße sorgen dafür, dass die wichtigen Nährstoffe sofort dem Organismus zur Verfügung stehen.

Zurück zum Hotel laufen wir wie die Bison von Büffel-Bill und zwar den ganzen Weg vom

Feast Café Bistro

Adresse: 587 Ellice Avenue, Winnipeg, Manitoba, R3B 1Z7 Kanada

Kontakt: E-Mail: reservations@feastcafebistro.com, Telefon: +1 204-691-5979

Heimatseite im Weltnetz: feastcafebistro.com

Öffnungszeiten: Dienstags bis samstags von 11 Uhr bis 20 Uhr (flexible), sonntags und montags geschlossen.