Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Als ich auf der Heimatseite der Kaffeerösterei in Bad Saarow im Weltnetz ein Dutzend hübsche Grafiken über „mehr als 1000 Aromen“ sah und dazu frisch und fruchtig, blumig und malzig, buttrig und würzig las sowie Schokolade, Vanille, Hasel- oder Erdnuss, Honig, Karamell und Exotik, war ich angetan. Ich wollte mehr wissen über diese kleine Kaffeerösterei in Bad Saarow und ihre Geschichte.
„Ostern 2007″ soll es gewesen sein, als „eine Fahrradtour rund um den Scharmützelsee“ stattfand. See und Land sind schön, die Stimmung war gut. „Nur eines fehlte: ein Ort zum Ankommen. Ein Café mit Seele. Ein Kaffee, der wirklich berührt“, heißt es bei der Kaffeerösterei und daß das für Heike „mehr als eine Momentaufnahme“ gewesen sei. „Nach einem Schlaganfall konnte sie nicht mehr in ihren alten Beruf zurück. Zahlen waren ihr Leben gewesen – Klarheit, Struktur, Verantwortung. Doch jetzt war etwas Neues gefragt. Etwas, das mit den Händen beginnt. Und mit dem Herzen weitergeht.
Sechs Wochen später stand sie in einer der ältesten Hamburger Röstereien – für ein Praktikum. Umgeben von duftenden Bohnen, Geschichten aus aller Welt und Menschen, die Kaffee nicht nur trinken, sondern leben.“
Daß Heike den Geschäftsplan schnell schrieb, das kann man sich denken. Daß sich Katja zu Heike gesellen würde, das war wohl nicht geplant. Mutter und Tochter in einem Café? Das alles und noch viel mehr ging in Bad Saarow am Scharmützelsee mit Wellengang auf einer Länge von 10 Kilometern und Tiefen bis maximal 29 Meter wohl gut und „Kuchen, Torten, Waffeln, Cold Brew, Matcha Latte“ über den Tresen. Und Kaffee! Aus der eigenen Rösterei.
Ich bat um die Hausmischung und erhielt mit Schreiben vom 22.5.2026 eine am 15. Mai 2026 geröstete Hausmischung „Scharmützelsee-Kaffee“. Ganze Bohne! Ein Hinweis auf dem beigen Aromabeutel lautet: „Trinkreif: 5 Tage nach Röstung“ und „Aromagarantie: ein halbes Jahr nach Röstung.“ Daß diese Hausmischung ein Jahr lang haltbar sei, das wird nicht unerwähnt gelassen, aber bringt in unserer Redaktionsstube keine Punkte. Eine beachtliche Packung Bohnenkaffe von der KaffeeRösterei Bad Saarow GmbH (Eigenschreibweise) hält höchstens eine Hand voll Tage.
Die Hausmischung „Scharmützelsee“ klingt so sehr nach Heimatliebe, daß diese auch auf dem Prenzlauer Berg von Berlin Gehör und der Duft nicht nur eine Nase findet. Dieser „ausdruckstarke Allroundkaffee mit feinen Aromen von Schokolade, Haselnuss und zarten Fruchtnoten“ gefällt und erinnert mich einige der „mehr als 1000 Aromen“.
Als Espresso in einer unserer Hausmaschinen – selbstverständlich vorher in „einer Kaffeemühle von WMF mit einem Mahlwerk aus Edelstahl“ („bis zu 40 Mahlgrade“) sehr fein gemahlen und dann in eine der renommiertesten Siebträgermaschine für zu Hause gegeben – wird er – Vorsicht: Phrasenschwein – stark und schwarz. Nun, ein Espresso ist nun einmal ein konzentrierter, kräftiger Kaffee. Und die Crema? Ein stabile gute Note!
Weil die prächtige Mischung nach Herstellerangaben „speziell für Kaffeevollautomaten abgestimmt“ worden sei – in „langsamer Trommelröstung“ dürften sich „beste Arabicabohnen aus indonesischem, kolumbianischem und afrikanischem Rohkaffee“ entfaltet haben -, gab ich Bohnen der Sorte „Scharmützelsee-Kaffee“ auch in einen unserer Kaffeevollautomaten. Ich wählte einen mittleren Mahlgrad und gut war’s. Stärke und Komplexität waren hoch und die Aromen wie zuvor beschrieben. Dazu paßt: eine Haselnuss-Schokoladentorte.
Anmerkungen:
Siehe die Beiträge
- Eine Kaffeemühle von WMF mit einem Mahlwerk aus Edelstahl – Mahlen nach Zahlen oder Ganz nach Geschmack von Ole Bolle
- Kaffee mit und ohne Milch, heiß oder kalt – Ein Espresso-Kaffeevollautomat von Philips oder „LatteGo 3300 mit SilentBrew“ von Ulf Peter
- Rezept: Sachertorte von Bernadette Wörndl
im Magazin GASTROSOFIE.
Die Redaktion des Magazins GASTROSOFIE wurde mit einer Packung Bohnenkaffe, Hausmischung „Scharmützelsee-Kaffee“, 500 g., bemustert.
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