Ein Käse als Salami – Qualitätsoffensive für italienische Produkte gestartet

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© 2019, Foto: Fritz Hermann Köser

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Dieser Käse ist ein wahrer Verwandlungskünstler. Mal sieht er aus wie eine Birne, dann wieder wie eine Salami. Oder soll es lieber eine Melone sein? Zu den diversen Formen kommen alle erdenklichen Größen und Gewichtsklassen. Wer will, kann gerne einen 100-Kilo-Koloss nach Hause schleppen. Die Masse des Provolone Valpadana, für dessen Qualität das Gütesiegel DOP bürgt, ist eben sehr formbar, erklärt Libero Giovanni Stradiotti vom Consorzio Tutela Provolone Valpadana DOP. Im Restaurant Alma Mia in Berlin stellten er und weitere Kollegen sechs italienische Erzeugnisse samt ihren Gütesiegeln vor.

© 2019, Foto: Fritz Hermann Köser

Hochwertiger Mozzarella als zweiter Käse im Bunde, mit dem STG-Siegel ausgezeichnet. Besonderes Olivenöl aus der Toskana, durch das IGP-Siegel geschützt. Der Prosecco Superiore von den Hügeln der Region Conegliano Valdobbiadene, der Dessertwein Asti Dolce sowie ein weiterer erlesener Wein, „Nobile di Montepulciano“, alle drei mit dem DOCG-Siegel prämiert. Das Projekt „Enjoy European Quality Food“ fördert diese sechs italienische Spezialitäten mit geschützter Ursprungsbezeichnung , um das Bewusstsein für zertifizierte Qualität und die Rückverfolgbarkeit zu vergrößern. Nach Italien, Spanien und England ist die Qualitätskampagne nun auch in Deutschland gestartet, wo italienische Erzeugnisse sich ganz besonderer Beliebtheit erfreuen. Sie läuft drei Jahre und wird von der EU mitfinanziert. Das Ziel: Etiketten sollen bewusster gelesen und eine Kaufentscheidung nicht nach dem Preis, sondern nach der Qualität getroffen werden.

© 2019, Foto: Fritz Hermann Köser

Gerade beim Olivenöl ist der Verbraucher ob der Vielfalt des Angebots oft ratlos. Dank des IGP-Siegels kann er bei dem Olio Extravergine d’Oliva Toscano auf Nummer sicher gehen. Die gesamte Produktionskette – von der Pflanze bis zur Verpackung – wird überprüft und ausnahmslos in der Toskana ausgeführt. Das Olivenöl wird zudem strengen chemischen, organoleptischen und sensorischen Untersuchungen unterzogen. So erhält der Verbraucher ein garantiert hochwertiges Produkt mit dem Aroma von Mandeln, Artischocken und reifen Früchten. Leichte Geschmacksunterschiede sind möglich, da jedes Gebiet der Toskana aufgrund seiner Beschaffenheit einzigartig ist.

© 2019, Foto: Fritz Hermann Köser

Selbiges gilt auch für das Gütesiegel bei dem Provolone. Ein Produkt wird nur als DOP zertifiziert, wenn die Produktion, die Umwandlung und die Verarbeitung in einem bestimmten geographischen Gebiet stattfinden. Zudem müssen die Hersteller strenge Produktionsregeln beachten, deren Einhaltung von einer unabhängigen Kontrollstelle gewährleistet wird. Der Provolone Valdapana DOP, der am Ende des 19. Jahrhunderts in der Po-Ebene entstand, wird inzwischen in der Lombardei, Venetien, Emilia Romagna und in der die Provinz Trient hergestellt.

© 2019, Foto: Fritz Hermann Köser

Nun serviert Michael Balbiano ein paar Spezialitäten, die die genannten Zutaten enthalten. So verleiht das Olivenöl dem handgeschnittenen Rindertartar erst den besonderen Pfiff. Das Risotto mit Austern und Muskatnuss wurde mit Prosecco Supriore DOCG verfeinert. Und das Törtchen auf einer Kürbiscreme enthält neben Kartoffeln auch Provolone, man merkt es sofort. Der Käse ist eben nicht nur verwandlungsfähig, sondern was das Aroma anbelangt, auch sehr energisch.