Ein kunterbuntes Allerlei an Rezepten für die warme Jahreszeit – Zum Buch „Die sommerfrische Küche“ von Alexandra Palla

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"Meine sommerfrische Küche" von Alexandra Palla mit Fotografien von Melina Kutelas. © Pichler

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Gelb wie die Sonne strahlt das Buch mit festem Einbanddeckel auf meinem Schreibtisch und hält mit der Sonne hoch am Himmel über Berlin mit. Alle Wetter! Der Titel ist toll: „Meine sommerfrische Küche“. Und die Autorin wirkt auf den ersten Blick taff.

Vorgestellt wird sie vom Pichler-Verlag, der zu den Styria-Buchverlagen gehört, in einer Presseinformation als „begeisterte Sommerfrischlerin, Kochbuchautorin, Food-Bloggerin und Designerin“, die mit „ihren Großeltern die Sommer am Wolfgangsee verbracht“ habe. Im besagten Buch gibt es noch ein wenig mehr Wissenswertes über die Wienerin und ihre Koautorin Melina Kutelas, die in der Hauptstadt der
Habsburger lebe und arbeite. Von ihr stammen die zahlreichen bunten Fotografien, die alle künstlerisch angeordnet und geschmacklich gut inszeniert wirken und das Küchbuch als Bilderbuch schmücken. Schön anzusehen. Allerdings wurden das gesamt Buch auf eine einerseits Effekthascherei gestaltet, die das lesen und arbeiten damit in der Küche zu einem Ärgernis werden lässt.

Nicht, das wir von Bloggern viel erwarten würden, aber von den Gestaltern von Umschlag, auf den ein Dutzend Bilder gequetscht wurden, und Innenteil, der auf den ersten Blick durchaus locker, luftig und leicht wirkt. Wie gesagt: als Geschenkbuch gut, als Arbeitsbuch mangelhaft.

Mit dem niedrigen Niveau der Einleitungen, die nicht in ein Kochbuch gehören, aber allemal aufs Klopapier und also für den Arsch sind, zu den durchaus befriedigend bis ausreichend in Zutaten und Zubereitung vorgestellten Rezepten, wird man in keinem Deutsch-Leistungskurs einer Oberschule landen und selbst an Mittelschulen mehr als Probleme bekommen, obwohl auch dort in den vergangenen Jahren die Deutschkenntnisse der Schüler dramatisch eingebrochen sind. Anglizismen, Ich-Erzähler-Attitude und unverhohlene Werbung, das alles ist ein Graus.

Auf hoher Stufe dürften die Blödbloggerinnen nicht kochen können, aber Rezepte fürs geneigte Publikum, das sich mit diesen und anderen Belanglosigkeiten beschäftigt, flott verpacken, das schon. Ein paar Dutzend Rezepte werden übrigens in die Rubriken Salate, Suppen, Vorspeisen und Jausen, Gemüsegerichte und Beilagen, Fleisch- und Fischgeriche sowie Süßes und Getränke gegliedert. Sommerfrische Extras sowie ein Inhaltsverzeichnis, ein alphabetisches Rezeptregister, ein „kleines Wörterbuch der Sommerfrische-(Küche)“, eine Autorenvorstellung und Danksagung beenden das Buch, bei dem sich schon nach dem ersten Blättern Regenwolken bilden. Vielleicht hätten die Gestalter Dunkelblau bis Dunkelgrau als Farbe wählen sollen.

Bibliographische Angaben

Alexandra Palla, Meine sommerfrische Küche, Fotografien: Melina Kutelas, 208 Seiten, Format: 19,5 x 27 cm, Hardcover, Verlag: Pichler, Wien, Gratz, 27. März 2019, ISBN: 978-3-222-14030-3, Preis: 29 EUR