Das 13. Kulinarische Kino der 69. Berlinale

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Die Spitzenköch*innen des 13. Kulinarischen Kinos v.l.n.r.: Haya Molcho, Angela Hartnett (oben), The Duc Ngo, Kiko Moya, Sebastian Frank (unten). © Kulinarisches Kino / Berlinale 2019

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Demnächst startet das 13. Kulinarische Kino. Das ist eine köstliche und kritische Sonderreihe der Internationalen Filmfestspiele Berlin, kurz Berlinale, die vom 7. bis 17. Februar 2019 zum 69. Mal veranstaltet wird.

Das Kulinarisches Kino, um das sich vor allem der 1943 in Hamburg geborene und anscheinend stets adrett gekleidete Thomas Struck, der einst zur Hamburger Filmmacher-Gruppe „Der Grüne Hase“ gehörte und die Hamburger Filmmacher Cooperative mitgründete, kümmert, stehe laut Berlinale-Pressemitteilung vom 16.1.2019 dieses Mal „unter dem Motto „A Taste for Balance“. Nice.

Balance

Vom 10. bis 15. Februar 2019 sollen zehn Dokumentarfilme und zwei Spielfilme gezeigt werden, die sich um die Beziehungen zwischen Essen, Kultur und Politik und um „Balance“ drehen. Doll.

Mit dem Begriff „Balance“ dürfte nicht das Gleichgewicht des Schreckens in der kalten Küche gemeint sein, sondern anschauend, schließlich isst das Auge mit, mit Geschmack zu tun haben, oder? Wohin das reziproke Verhältnis von Begriff und Gegenstand dieses Mal wippt, das wissen wir nicht, aber geben gerne weiter, wie angeblich der Festivaldirektor das Motto erläutert:

„Geschmack im Gleichgewicht zu haben ist nicht nur eine Empfehlung für eine ausgewogene Ernährung, sondern auch ein Rezept zur Wahrung der Demokratie.“

Dieter Kosslick

Wenn das nicht großes Kino ist, was dann? Rät Kosslick ernsthaft dazu, sich den Spaß zu erlauben und der Masse an Altparteien im Reichstag neue entgegenzusetzen? Oder fordert der alte Mann mehr denn je zum Aufstehen gegen den Parteienstaat, der den Antagonismus von Kapital und Arbeit, von Herrschenden und Beherrschten zementiert und das Volk als Staat des Kapitals unterdrückt, auf? Wir wissen es nicht. Er wohl auch nicht, denn die Antworten wären Subversion und Revolution oder innere Immigration, beispielsweise die von Filmemachern voller Ironie und Geduld.

Nicht nur der Direktor, auch der Kurator kommt zu Wort:

„Film und Food haben mehrere Gemeinsamkeiten. Sie werden nicht nur in einem bestimmten Zeitabschnitt genossen, sondern entstehen auch aus einer Vielfalt von Elementen. Die Zutaten und die Zeit in der Balance zu halten ist die Kunst.“

Thomas Struck

Kunst kommt von Können. Ob die Kochkünstler des 13. Kulinarischen Kinos Können, das werden wir hoffentlich nicht nur sehen.

Präsentieren und Servieren

Strucks Kulinarisches Kino präsentiere laut Pressemitteilung „in seinem ‚Film & Food‘-Programm … zwei Weltpremieren, eine internationale, zwei europäische und eine deutsche Premiere“. Mit einem Zitat endet dieser Beitrag: „Nach dem Film servieren die Spitzenköch*innen Angela Hartnett, Sebastian Frank, Haya Molcho, Kiko Moya sowie The Duc Ngo im Gropius Mirror Restaurant ein vom Film inspiriertes Menü.“ Sie sollen Servieren, die Köche!

Anmerkung:

Mehr zum Thema im Beitrag Die zwölf Filme des 13. Kulinarischen Kinos der 69. Berlinale von Ole Bolle.