Von Schnauze bis Schwanz oder lieber „Das ganze Tier“ als ein halbes Pfund – ohne Fett

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Simon Tress und Georg Schweisfurht: Das ganze Tier. Fleisch nachhaltig und bewusst genießen. Warenkunde Küchenpraxis, 111 Rezepte. Fotografie Silvio Knezevic. © Christian

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Fleisch! Geil, und „bewußt genießen“. Wer isst nicht gerne gut und das ganze Tier? Gut, das ganze vielleicht nicht, aber Teile, ganze Teile. Mehr denn je meinen Menschen, dass ihr Fleischgenuss nachhaltig sein soll. Sie wollen zwar nicht das ganze Tier, ob Rind, Schwein, Lamm oder Geflügel, essen, aber wertschätzen.

Vielleicht auch streicheln wie Veganer? Wer weiß das schon?! Bei den Teilen müssen es jedenfalls nicht immer Filetstücke und Brüstchen sein, scheint man auch beim Christian-Verlag in der GeraNova Bruckmann Verlagshaus GmbH mit Sitz in München zu meinen. Deswegen sollten die Leser des Buches „Das ganze Tier“ von Simon Tress und Georg Schweisfurth „einfach der Rezeptauswahl“ folgen und „sich am Zubereiten und Genießen von ganz besonderen Fleischstücken“ erfreuen.

Im Vorwort teilen die beiden Autoren, die von einem „Kochlesebuch“ sprechen, wenn es um ihr Werk geht, mit, dass sie „durch die Arbeit an diesem Buch noch ein kleines bisschen mehr begeisterte Köche und Metzger geworden“ seien und sich „über die allseits um sich greifende Ignoranz von Unternehmern“ wunderten, „die nur noch das Geld und nicht mehr, wie früher, den Menschen im Blick haben. Zum Beispiel über die Respektlosigkeit in der konventionellen Landwirtschaft, über die systembasierten, massenhaften Tierquälereien und – als Ergebnis – die miesen Fleisch- und Wurstqualitäten. Denn ‚billig-bill-schnell-schnell‘ muss alles sein, Hauptsache satt!“

Die beiden sind also Bio, der eine, Simon Tresse, ein Bio-Koch, der andere, Georg Schweisfurth, ein Bio-Metzger. Beide griffen zu „Messer, Kochlöffel und zur spitzen Feder“, baten zu Tafelrunden und geben ihre Erfahrungen und Erkenntnisse weiter wie die Kritik in den Kopf.

Kochen darf nicht fehlen, denn das „Kochlesebuch“ ist gut gefüllt mit reizvollen Rezepten wie „Cremesuppe vom Schweinehirn mit Erbsenpüree“ und „Schweinefuß-Terrine mit Balsamico-Honig-Zwiebeln“, um nur die ersten beiden zu nennen. Von Kopf bis Fuß, von Schnauze bis Schwanz ist alles dabei. Das ganze Tier also. Und das ist gut so.

Bibliographische Angaben

Simon Tress, Georg Schweisfurth, Das ganze Tier, Fleisch nachhaltig und bewusst genießen. Warenkunde. Küchenpraxis. 111 Rezepte, Fotografie: Silvio Knezevic, 224 Seiten, ca. 100 Abbildungen, Format: 22,7 x 27,4 cm, Hardcover, Verlag: Christian, ISBN: 978-3-95961-289-0, Preise: 24,99 EUR (D), 25,70 EUR (A) und 34,90 sFr

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