Rezept: Schweinebauch à la chinoise – geräucherte Hollandaise, Eiskraut, Sesam, Radi & Umamibouillon

Schweinebauch a la Chinoise aus dem Kochbuch "Jan". © Matthaes/Pieter D'Hoop

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Dieses Rezept habe ich ca. im Jahr 2015 entwickelt. Anfangs sollte es „München – Tokio“ heißen und eine Art deutsche Ramen-Suppe werden, bei der die Udon-Nudeln durch Spätzle ausgetauscht werden. Geblieben sind das Schwein und die Brühe. Diesen Geschmack mit einer milden Räuchernote und dem fetten Schwein, einem säuerlichen Salat und dem Knack vom Rettich finde ich immer noch hinreißend. So etwas wie die Umami-Bouillon braucht viel Zeit. Sie muss einfach lange brühen, nicht wirklich reduzieren, und es darf nie über den Siedepunkt gehen. Dann bekommt man das richtig volle Aroma.

Aus dem Kochbuch „Jan“ (Seite 137f.) das Rezept

Schweinebauch à la chinoise – geräucherte Hollandaise, Eiskraut, Sesam, Radi & Umamibouillon

in Zutaten und Zubereitung

Schwein

  • 4 Würfel Schweinbauch à 60 g, ohne Schwarte
  • Pökelsalz
  • Five Spice Gewürzmischung
  • 100 ml Umami-Bouillon

Schweinbauchstücke leicht mit Pökelsalz und Five Spice Gewürzmischung bestreuen und 6 Stunden im Kühl­schrank pökeln. Abwaschen und in der Umami-Bouillon vakuumieren. 2 Tage ziehen lassen. Im vorge­heizten Becken bei 85 °C 12 Stunden sous-vide garen.

Umami-Bouillon

  • 1250 ml Dashi
  • 375 g geschnittenes Mirepoix aus Karotten, Sellerie
  • und Zwiebeln
  • 125 g Frühlingslauch
  • ½ Knoblauchknolle, im Ofen gebacken
  • 250 g getrocknete Shiitakepilze, geröstet
  • 125 g geräucherter Speck
  • 1 Sternanis
  • ¼ Zimtstange
  • ½ TL schwarzer Pfeffer
  • 1250 g Taubenkeulen, geröstet
  • 1250 g Kalbsschwanz, geröstet

Tamari Sojasauce

Ansatz 1: Das Dashi mit dem Gemüse, Pilzen, Speck und Gewürzen aufkochen und 6 Stunden ziehen lassen. Anschließend passieren.
Ansatz 2: Den passierten Fond des ersten Ansatzes mit den Taubenkeulen aufkochen und 6 Stunden ziehen lassen. Anschließend passieren.
Ansatz 3: Den passierten Fond des zweiten Ansatzes mit dem Kalbsschwanz aufkochen und 6 Stunden ziehen lassen. Passieren und auf die Hälfte einkochen. Mit der Sojasauce und den Gewürzen abschmecken.

Geräucherte Sauce Hollandaise

  • 250 g Butter
  • Buchenholzspäne
  • 3 Eigelbe
  • 2 EL Hollandaise-Reduktion
  • 1 EL helle Misopaste

Butter würfeln und kalt räuchern. In einem Topf schmelzen und zusammen mit den anderen Zutaten eine Sauce Hollandaise herstellen. In eine iSi-Espumaflasche füllen und mit einer N2O Kapsel begasen.

Eiskrautsalat

  • 10 ml geröstetes Sesamöl
  • 1 EL Basis-Mayonnaise
  • 1 TL Sojasauce
  • 1 TL Chilisauce
  • 1 EL Sesamkörner, hell und dunkel geröstet
  • 100 g Eiskrautsalat, geputzt

Aus allen Zutaten bis auf den Salat ein würziges Dressing herstellen und den Salat damit marinieren.

Violetter Rettich

  • 4 Scheiben violetter Rettich, dünn aufgeschnitten
  • 2 EL Apfelessig
  • 1 EL Läuterzucker

Rettich in der Essig-Läuterzuckermischung 3 Minuten einlegen.

Sonstiges

  • Blüten
  • Frittierte Schweineschwarte
  • Umeboshi Sesam
  • Reiskugeln

Anrichten

Sauce-Hollandaise-Schaum in die Tellermitte dressieren und das Schwein obenauf setzen. Mit Eiskraut, einer Rettichscheibe, Blüten, Schwarte, Sesam und Reiskugeln belegen und die Umami-Bouillon angießen.

Anmerkung:

Siehe auch die Beiträge

im Magazin GASTROSOFIE.

Vorheriger ArtikelEinmal Gelbschwanz-Sashimi mit Jalapeno – Eine kleine Einführung in die Sushi-Techniken und -Kreationen des großen Koches Nobu Matsuhisa
Nächster ArtikelRatgeber und Rezepte „für einen wachen Geist und einen starken Körper“ – Zum Buch „Eat colourful, feel better“ von Carolin Kotke