Lang lebe der Chef des Ladens, der das Rezept für Ras el Hanout hütet

Gewürze. Quelle: Pixabay, Foto: Hans Braxmeier

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Nur der Chef des Ladens kennt das Rezept für die Ras el Hanout (auch Ras el-Hanout geschrieben) genannte Gewürzmischung. Davon gibt es so viele wie Läden für Gewürze.

Einst fand man sie in Marokko, Algerien und Tunesien, längst jedoch in der gesamten arabisch-muselmanischen Welt.

Aus welchen Zutaten sich Ras el Hanout zusammensetzt und wie das Mengen- und Mischungsverhältnis genau ist, das steht in den Sternen von Tausend und eine Nacht.

Dass zwei, drei Dutzend verschiedene Gewürze kombiniert werden, das ist keine Ausnahme, sondern die Regel. Mit dabei sind meist Muskat, Zimt, Anis, Sternanis, Schwertlinienwurzeln, Kümmel, Kreuzkümmel, Galantwurzel, Rosenpaprika, Kardamom, Ingwerwurzel, Chili, Pfeffer, Pimient, Gelbwurz und Lavendelblüten.

Das Ergebnis dieser und anderer Zutaten ist der jeweiligen Menge und Mischung ist immer eine Komposition aus süß und fruchtig sowie kräftig und würzig. Manchmal mag man sie auch erdig nennen, bitter und sogar leicht scharf. Doch sie klingt immer anders, originell und schmeckt besonders.

Daher darf das Mischen und Mengen von allerlei Aromen der Küche des Orients als eine Fertigkeit, also eine Kunst angesehen werden, denn die Hersteller und Händler wollen außergewöhnliche, ja, exquisite Mischungen auf dem Markt verkaufen und besonders gut lässt sich nur das Wahre, Schöne und Gute verkaufen.

Wer die Herstellung von herausragendem Ras el Hanout beherrscht, der hütet sein Geheimnis.

Und wer Ras el Hanout kennt, der nutzt es für Dips und Aufstriche, Gericht mit Auberginen, Couscous, Bulgur und Reis, Geschmortes von Rind, Lamm und Geflügel, Saucen und Marinaden für Fleisch und Fisch, Gewürzöle und -salz sowie Süßes wie Eis und Kuchen. Schokolade wird damit scharf und Früchtchen frech. Probieren Sie`s!