Das Licht ist aus, kein Gast im Haus – Gwendal Poullennec: „Nur 21 Prozent der weltweit 3.000 Restaurants mit einem Michelin-Stern geöffnet“

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Quelle: Pixabay, Foto: Pexels

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Die Lage in der Gastronomie war lange nicht mehr so ernst wie in diesen Tagen, Wochen und mittlerweile Monaten. Der Spaß scheint sogar den Gutelaune-, Dauergrinse- und Glotze-Gastronomen vergangen.

Die Wirtschaftskrise im Allgemeinen führt zu immer mehr Kritik, insbesondere bei den Kennern im Lande, aber auch beim kleinen Mann, den einfachen Leuten. Die handeln von Land zu Land unterschiedlich. Auch Schulterzucken und Daumendrücken sind immer mit dabei.

Da sind dem Volk die Zustände Aufstände wert, hier wird beim Protestieren Widerstand gerufen, aber nicht geleistet. Mitunter verkommt das Politische als Inszenierung zur Kunst. Wenn nur die Kunst des Kochens politisch werden könnte, möchte mancher meinen und hoffen.

Die schwere Lage in der Gastronomie locker zu nehmen, ist leicht gesagt und geschrieben. Dazu teilt eine Frau der Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA per Pressemitteilung vom 25.5.2020 unter dem Betreff „Barometer des Guide Michelin“ (jedenfalls so ähnlich) mit, dass die Situation der „Sterne-Gastronomie rund um die Welt“ zwar nicht zappenduster ist, aber auch nicht strahlend hell. Weiter im Text, in dem Gwendal Poullennec, Internationaler Direktor des Guide Michelin, wie folgt zitiert wird: „Aktuell sind nur 21 Prozent der weltweit 3.000 Restaurants mit einem Michelin-Stern geöffnet. Wir hoffen, dass wir damit ein Licht auf einen Sektor werfen, dessen Strahlkraft weit über die Restauranttüren hinaus reicht.“

Dass, „um in die Liste aufgenommen zu werden, … die Restaurants nachweisen“ müssten, „dass sie an mindestens drei direkt vorangegangenen Tagen geöffnet waren“, das wird auch erwähnt, aber nicht wie. Darauf, dass „die Informationen … von den Michelin Inspektoren“, „die ansonsten als professionelle Tester unterwegs“ seien, „zusammengetragen“ werden würden, wird allerdings hingewiesen. Richtig, keine geöffneten Restaurants, keine „heimlichen“ Tests, also kein Überprüfen und Bewerten.

Und die ewige Frage nach dem Test für die Tester wollen wir hier und heute auch nicht stellen.