Knorrige Korkeichen in der Sierra de Monchique

Eine Korkeiche. Quelle: Pixabay, Foto: Simon Steinberger

Monchique, Silves, Sierra de Monchique, Algarve, Portugal (Gastrosofie). Weltweit bekannt ist der Küstenstreifen zwischen Faro, der aktuellen Hauptstadt der Algarve (der Westen), und dem im Westen gelegenen Cabo de Sao Vincente. Entlang der 20 bis 50 Meter hohen Steilküste haben sich feinsandige Strände und kleine Buchten gebildet, die in der Hochsaison Hauptanziehungspunkt für Touristen wie für Einheimische sind. Hat man das Glück in der Nebensaison Portugal besuchen zu können, findet man tatsächlich noch viel Ursprünglichkeit.

Die Algarve ist die südlichste Provinz Portugals. Ihr Namen ist arabischen Ursprungs und bedeutet soviel wie „der Westen“, obwohl dieser Landesteil im Südenwesten der Iberischen Halbinsel liegt. Auf einer Fläche von ca. 500.000 qkm leben rund 400.000 Einwohner. Sie nennen sich „Algarvios“ und sind im Vergleich zu ihren spanischen Nachbarn etwas gelassener und sehr liebenswürdige Gastgeber. Ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens ist die Familie.

Die meisten Familien waren eher arm. Nachdem Portugal 1986 der EG beitrat, griff man auch der Algarve wirtschaftlich unter die Arme. Heute durchzieht ein gut ausgebautes Straßennetz das Land, um die wachsenden Touristenströme in die Feriendomizile zu leiten. Viele verdienen am Geschäft mit den Touristen. Leider wurden auch hier viele Bausünden begangen.

Auf der Sierra de Monchique

Kaum Bausünden finden man im Hinterland, wo die Gässchen immer enger werden. Die Hoffnung, dass es sich um eine Einbahnstraße handelt wird leider nicht bestätigt. Doch irgendwo findet man eine Ausweichstelle und lässt den Anderen vorbei, alles ohne Aggression, ohne Hupen und Händefuchteln. Vorbei an brechend voll hängenden Orangen- und Zitronenbäumen führt die Straße hinauf auf die Sierra de Monchique, die mit nur ca. 900 Metern die höchste Erhebung der Algarve ist. Etwas südlich davon kann man in dem 32° warmen Schwefelwasser, das aus dem Berginnern quillt, verschiedene Leiden heilen, um dessen wohltuende Wirkung bereits die Römer wussten. Auf der Via Algarviana, die den Bergort Monchique streift, gelangt man durch die verschiedenen Vegetationszonen, über Loorbeer- und Eukalyptushaine und steinige Plateaus mit weiter Rundsicht. Entweder man wählt eine Tagesetappe, oder nächtigt in rustikalen Landhotels.

Corticeiro

A mini série "Ofícios", composta por oito capítulos, é um retrato do saber fazer de algumas profissões tradicionais do concelho de Montemor-o-Novo.PARTICIPAÇÃO António Ferreira, Ana Grilo, Augusto Regouga, Jacinto Henriques, Henrique Besugo, Nuno Pereira, Joaquim Pauzinho, Nuno Santos, Luciano Leitão, Manuel Colaço, Rui FerreiraProdução VídeoCooperativa CAL Co-ProduçãoMunicipio de Montemor-o-NovoServiço de Património Cultural

Gepostet von Morbase am Freitag, 6. Januar 2017

Hin und wieder am Wegrand ein Garten mit Olivenbäumen, dazwischen knorrige Korkeichen, die das Grundmaterial für einen der wichtigsten Wirtschaftszweige Portugals liefern. Die Rinde dieser immergrünen Eichenart ist ein universelles Naturprodukt. Es müssen erstmal 20 Jahre vergehen bevor ein Teil des Baumes erstmalig geschält wird. Frühestens nach neun Jahren darf wieder geerntet werden, so sagt es das Gesetz. Die „tiradores“ (Schäler) schlitzen mit der Axt die Stücke auf, die abgetragen werden. Eine Knochenarbeit, zumal die Korkernte nur im Hochsommer möglich ist, weil sich um diese Zeit die Rinde am leichtesten schälen lässt. Die mit Stickstoff gefüllten Zellen verleihen dem Kork hervorragende Eigenschaften als Isoliermaterial. Er brennt nicht und leitet keine Elektrizität. Wandert ein Korken in den Hals einer Flasche, ist dies die höchste Auszeichnung für ihn. Nur wenn das Volumen seiner Poren geeignet ist, den Flaschenhals wie einen Saugnapf abzudichten, kann ein Wein unbedenklich gelagert werden. Leider verdrängen billige Plastikverschlüsse und Kronenkorken immer mehr den echten Rindenkorken. Das Museu da Cortica in Silves, der alten Hauptstadt der Algarve, bietet Einblick in die Gewinnung und Verarbeitung dieses für Portugal typischen Naturstoffes.

Museu da Cortica in Silves

Adresse: Rua Gregório Mascarenhas, Silves, Faro, Portugal

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