Geht Grillen heute so wie bei Steven Raichlen? – Zum Buch „Project Fire“

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"Project Fire" von Steven Raichlens. © Ullmann Medien

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). „In liebevollem Gedenken an meinen Vater Sonny Raichlen“, der von 1929 bis 2016 lebte, schrieb Steven Raichlen sein 31 Buch, für das er sich in Danksagungen bei den Personen wie seiner „langjährigen Verlegerin und Freundin Suzanne Rafer“ bedankt, „die es möglich gemacht haben, dieses Buch zu vollenden“. Darunter sind auch Becky Terhune, die „das schöne Layout für dieses Buch entworfen“ hat.

Das gliedert nicht nur den Inhalt, sondern spricht auch an, wenn auch die Schrift größer sein könnte für alle, deren Augenlicht nicht mehr so sehr leuchtet. Dafür, dass nicht nur der erste Eindruck gut gefällt, sondern auch beim intensiven Blättern und richtigen Lesen, vor allem jedoch beim Studieren und Probieren, dafür sorgt Fotograf Matthew Benson mit seinen sachlich-nüchternen sowie den Appetit anregenden über 200 Bildern auf 336 Seiten in einem quadratischen Format. Da brennt nicht nur das Feuer im Gemüt, da tropft das Wasser aus dem Mund … auch wenn manche Bilder zu klein abgedruckt wurden. Da braucht mancher Nutzer neben der Lese- auch die Bildebetrachtungsbrille. Das Buch ist mehr ein Hardcover-Magazin als ein klassisches Kochbuch. Dafür wurde am Ende doch alles auf Effekt und den ersten Eindruck hin gestaltet, der, wie bereits gesagt, gut ist, aber nicht sehr gut.

Vielleicht muss das so sein, um noch ein Grill-Buch an den Grill-Meister und solche, die das werden wollen, zu bringen. Dafür habe der Autor von über zwei Dutzend Büchern, über einer Hand voll TV-Staffeln und zwei Jahrzehnten Barbecue-Universität, Hunderten von Artikel – „von ‚New York Times‘ bis ‚Esquire‘, gefühlte tausend Radio- und Fernsehinterviews“ laut Einleitung „eine ganze Menge“ Neues vom Grill zu berichten“. Raichlen meint, dass die Menschen heute „am Grill über die Feinheiten von Marinaden, über die beste Methode zum Anbraten, über die Vor- und nachteile vom Grillen auf einer Salzplanke und über Niedrigtemperaturgaren“ diskutieren würden und zwar „in einer Art und Weise, wie sich Physiker über Quantenmechanik unterhalten“. Hört, hört.

Und lest selbst die „Sieben Schritte zum Grill-Nirwana, um nicht zu stolpern, bevor die Rezpte mit dem „Frühstück vom Grill“ beginnen. „Vorspeisen, Brot und Pizza, Salat vom Grill, das alles gibt es im Fire-Buch von Raichlens, aber auch das Gewöhnlich: Rind, Schwein und Lamm, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte. Die Zutaten kann man kaufen und die Zubereiten schaffen. Umrechnungstabellen und ein mehrseitiges Register beenden nach dem letzten Rezept, das sind „Bellinis mit gegrillten Pfirsichen“, das beachtliche Buch, über das es in einer Literaturtest-Pressemitteilung vom 17.1.2019 heißt: „Von Eichelkürbis auf der Salzplanke, Kotelettrippchen mit Whiskey-Vanille-Glasur bis zu rauchiger Zitronen-Aioli und „Kohl nach Art des Höhlenmenschen“ mit süßsaurer Sauce ist Abwechslung garantiert.“

Bon Appétit!

Bibliographische Angaben

Steven Raichlen, Project Fire, Die besten Grilltechniken und 100 unwiderstehliche Rezepte für Einsteiger und Profis, 336 Seiten, Sprache: Deutsch, über 200 Fotografien von Matthew Benson, Hardcover, Format: 23,3 x 20,3 cm, Verlag; Ullmann Medien, Rheinbreitbach, ISBN: 978-3-7415-2351-9, Preis: 24,90 EUR (D)