Ein Hoch dem Holunder oder Ho, Ho, Holunderblütensirup

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Holunderblütensirup. Quelle: Pixabay, Foto: RitaE

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Wer einen Hollerbusch vor dem Haus stehen hat, der darf sich glücklich schätzen, denn diese bestens bekannte Heilpflanze, die hier und da auch Holder genannt wird, gilt nach wie vor als Hausapotheke. Wer Holunder (Sambucus), der zu den Moschuskrautgewächsen gehört, im Haus hat, der spart sich den Medizinmann.

Holunder, heißt es, senke Fieber und hebe das Immunsystem auf eine höheres Niveau. Zeiten soll es auch in deutschen Landen gegeben haben, da galt das Umarmen von Holunderbüschen, die sich in der Sonne sowie im Halbschatten wohlfühlen, jungen Bäuerinnen als Maßnahme fürs Kinderkriegen. Wenn man weiß, dass ein Strauch bis zu sieben Meter hoch werden kann und breitbuschig ist, dann ahnt man, was für Kaventsmänner die Kinderlosen gewesen sein müssen. Mehr Wissenswertes über den Sambucus erfährt man beispielsweise in den Büchern von Carl von Linné, der den Schwarzen Holunder unter der Bezeichnung Sambucus nigra führt.

Wer in nicht im Garten hat, der holt sich von den an Laub- und Mischwäldern vorkommenden Holunderbüschen, unter dem bei den alten Germanen die guten Geister wohnten, die Blüten im Mai und Juni sowie die Beeren im August und September. Die Beeren des Holunders werden auch Fliederbeeren genannt, aber deswegen bitte nicht den Holunder mit dem Flieder verwechseln. Der Holunder blüht cremeweiß und die Blüten, die in  Schirmrispen erscheinen, wobei die Rispen bis zu 30 cm lang werden können, werden abschnitten und getrocknet. Die Beeren werden eingefroren, um länger und im Winter davon etwas zu haben.

Rezept für Hollunderblütensirup

Zutaten

Wenn am Ende fünf Liter für fünf Freunde rauskommen sollen, dann braucht man mindestens

  • fast fünf Liter Wasser,
  • 4 Kilogramm Zucker (gerne Rohrzucker, aber auch Rübenzucker und raffinierter Zucker sind möglich)
  • 100 Gramm Zitronensäure (es darf auch etwas weniger sein),
  • 50 aufgeblühten Holunderrispen und
  • 10 Zitronen (Bio, Bio und nochmals Bio, bitte) für den säuerlichen Geschmack
  • ein, zwei oder mehr Limetten für einen intensiveren Geschmack und mehr Aroma

Zubereitung

Das Wasser mit dem Zucker aufkochen und anfangs richtig rühren, damit sich der Zucker auföst. Nun Zitronensäure für den zu Geschmack hinzugeben, wobei Zitronensäure auch als Konservierungsmittel wirkt. Die Stängel der Holunderblüten ganz kurz abschneiden, die Blüten jedoch nicht waschen, und hineingeben. Nun die in Scheiben geschnittenen und vorher unter heißem Wasser gewaschenen Zitronen dazugeben. Die Zitronen sind gut für einen säuerlichen Geschmack, Limetten dann hinzugeben, wenn man den Geschmack intensivieren und noch mehr Aroma möchte. Zitronen und Limetten sind beide reich an Vitamin C. Und das ist gut so. Alles einmal ordentlich umrühren.

Das ganze nun vom Herd nehmen und mindestens einen Tag ziehen lassen, manche schwören auf mindestens (sic! zwei Tage. Dafür den Topf an einen dunklen, kühlen Platz stellen, aber morgens und abends einmal umrühren.

Anschließend den Sirup durch ein feines Tuch oder Sieb filtern und in vorbereitete Flaschen füllen. Glasflaschen mit mit Bügelverschluss sind zu empfehlen. Sie sollten vorher sehr heiß ausgewaschen werden.

Lagerung

Kühl und dunkel gelagert hält der Holunderblütensirup ein paar Wochen.

Wer genug Holunderblüten gesammelt und trocken gelagert hat, der kann, sobald der Vorrat verbraucht ist, einen neuen Sirup anfertigen. Mit hundert Holunderrispen kommt man gut über den Sommer. 400 reichen bis zur nächsten Sammlung im kommenden Jahr.

Servieren

Und weil das Auge mittrinkt, bitte immer eine Scheibe Zitrone oder Limette sowie eine Hollunderblütenrispe mit ins Glas geben. Und wer seinen Hollunderblütensirup so richtig eiskalt will, der gebe klassische Eiswürfel oder Crushed Ice hinein.