Zuckerrohrsaft frisch und kalt gepresst

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Saft wird aus Zuckerrohr gepresst. Quelle: Pixabay, Foto: Norbert Hoeldin

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Auch in deutschen Landen wird mehr denn je Zuckerrohrsaft frisch und kalt gepresst. Zuckerrohr kennt jeder, jedenfalls dem Namen nach. Und, ja, Zuckerrohr kommt auch aus Kuba. Doch der Dreieckshandelt zwischen Europa, Afrika und der Neuen Welt bescherte den Inseln der Karibik seit dem 16. Jahrhundert unserer Zeitrechnung nicht nur Neger, sondern auch Zuckerrohrschösslinge . Der wurde dort gesät und geerntet. Im Laufe der Jahrzehnte entstanden gigantische Plantagen. Zuckerrohr beziehungsweise Rohrzucker wurde alsdann zum wichtigsten Exportartikel der Karibik-Kolonien vieler Herren in Spanien, England, Niederlande und Frankreich.

Franzosen waren es, die das anspruchslose Zuckerrohr, das bei Temperaturen von 25° bis 30° Celsius bestens wächst, aufs Festland brachten, beispielsweise nach Louisiana, das heute zur VSA gehört. Nach Louisiana gilt Florida als zweiter großer Zuckerrohrstaat der VSA. Möglicherweise halten sich die VSA noch am Ende der großen zehn Zuckerrohr-Produzenten, doch Kuba oder auch die Philippinen sind schon lange nicht mehr darunter. Ganz vorne und mit Abstand liegt Brasilien auf dem ersten Platz. Dahinter folgen Indien und wieder mit Abstand rangieren die VR China und Thailand auf den Plätzen drei und vier. Auf den weiteren Plätzen der Produzenten folgen Pakistan, Mexiko, Australien, Kolumbien und Guatemala. Ob dort auch das ganz große Geld verdient, das glaubt wohl keiner.

Rohrzucker ist weltweit billiger als Rübenzucker und so kommt er auch in deutsche Lande, allerdings auch Zuckerrohr, um vor den Augen von Gästen gastronomischer Einrichtungen aus dem Rohr Zuckersaft zu pressen. Dieser Saft wird nicht etwa durch Kristallisation und Raffination zu Rohrzucker, nein, er wird gleich getrunken. Frisch gepresst und gekühlt schmeckt er mit und ohne Rum.

Beworben wird das In-Getränk als alles andere als künstlich, sondern als „natürlicher Energie Booster“, der reich an „Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien“ sei. Mitunter hört und liest man, dass ein Glas „Haare und Nägel, Knochen und Zähne“ stärke.

Ob Zuckerrohrsaft wirklich so super gesund ist, das kann ich hier und heute nicht schreiben, aber das er super lecker ist, das schon.

Das wird Cihan Ozangil, Inhaber und Gründer des Unternehmens Supercane, bestimmt bestätigen. Der Berliner Kleinstunternehmer vertreibt neben dem Zuckerrohr auch dafür entwickelte „kleine und leise Saftpressmaschinen“. Man muss nur noch Hand anlegen und den Saft saufen. Wohlsein!