„Hoch steht der Sanddorn am Strand von Hiddensee“ oder zum Sanddorn-Melken an die Ostsee

Sanddorn. Quelle: Pixabay, Foto: Albrecht Fietz

Hiddensee, Deutschland (Gastrosofie). Wie sang Nina Hagen einst laut und lustig? „Micha, mein Micha.“ Richtig, die punkige Rockröhre sang über den „Sanddorn am Strand von Hiddensee“. In dem Lied „Du hast den Farbfilm vergessen“ heißt es, dass er hoch am Strand von Hiddensee stehen würde. Dieses Hiddensee-Lied, diesen Ohrwurm, dieses DDR-Lied, diese „Verulkung aller Schlagersüßlichkeit“, wie Thomas Irmer 2010 in „Neues Deutschland“ schrieb, sollen übrigens Michael Heubach und Kurt Demmler zu Papier gebracht haben.

Micha soll auf Hiddensee oft genug gesucht worden sein. Gefunden hat man nur Kaninchen. Und Sanddorn. Der wachse vor allem im Dornbusch. So wird das Hügelland im Norden der Insel genannt, die westlich westlich vor Rügen in der Ostsee liegt. Dort steht auch der Leuchtturm, den es zu erklettern gilt und in dessen Nähe unzählige sonnengelb leuchtende Sanddornbüsche wachsen“ würden, wie Elke Backert im „WELTEXPRESS“ 2009 schrieb.

Backert fährt fort: „Alle Besucher wandern zuerst zum Leuchtturm. Wer kurz vorher nach links abbiegt zum abgelegenen Restaurant Klausner, erfährt vom Wirt Wolfgang Siegel, bei einem „Seminar“, Sanddorn sei eine überaus Vitamin-C-reiche Frucht. 100 Gramm der 6-8 mm dicken Beeren enthielten 200-450 Gramm Vitamin C, während die Zitrone es nur auf 150 Gramm bringe, die Hagebutte zum Vergleich auf 700 Gramm. Auch sei der Sanddorn reich an Beta-Carotin. Logisch, dass er, obwohl aufwändig zu ernten, verarbeitet wird zu Saft, Konfitüre, Wein, Likör, Öl, Torte, Hautcreme und anderen Kosmetika. Darf man alles kosten. Er soll auch als Sonnen- und Wundschutz Dienst tun. Da er sehr tief wurzelt, ist er noch dazu ideal als Boden- und Erosionsschutz.

Damit die Gäste des ‚Klausner‘ nachvollziehen können, wie ungemein schwierig die Ernte ist, bewaffnen sie sich mit Eimer, Gummihandschuhen und Plastikmantel und schützen sich so vor feindlichen Spritzflecken und ihre Hände vor den Dornen des bis zu sechs Meter hohen Strauchs. Denn die gelben Beeren wollen am Strauch ausgepresst werden. Man packt einen Zweig von oben und wringt ihn über dem Eimer aus. Das heißt dann Melken. Bei allem Können bleibt die Ausbeute mager.“ Doch das dürfte nicht für alle gelten, oder?

Wie auch immer: Erst Sanddorn melken und das Lied von Nina Hagen singen, dann ein kühles Blondes trinken und frischen Fisch mit Bratkartoffeln essen in der

Gaststätte Zum Klausner auf Hiddensee

Adresse: Im Dornbuschwald 1, 18565 Kloster, Insel Hiddensee

Kontakt: Telefon: 0383006610, E-Mail: info@klausner-hiddensee.de

Heimatseite im Weltnetz: https://www.klausner-hiddensee.de

Öffnungszeiten: täglich geöffnet von 11 Uhr bis 20 Uhr