Geopolitik und Gebäck, geht das? – Auf jeden Fall gelingt dieses Rezept für einen Spekulatius-Milchshake

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Ein Becher voll mit Spekulatius-Milchshake. © Groupe SEB, BU: Stefan Pribnow

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Bald ist September, dann weihnachtet es wieder sehr in den noch verbliebenen deutschen Landen, jedenfalls in den Konsumtempeln und Kaufhallen, den Supermärkten, die keine Märkte mit einer Vielheit von Anbietern, Handlern von Waren, und Nachfragern sind, sondern ein Monopol. Friß oder stirb. Demnächst werden Spekulatius gefressen.

Dieses gewürzte und in Form gebrachte Gebäck aus Mürbeteig, das voller Zucker steckt. Auf beiden Seiten des Rheins geht sein Ursprung zurück, allerdings auf den Niederrhein, gemeint ist der untere Rheinabschnitt. Zu den deutschen Landen gehörten auch die niederen Lande, auch Niederlande genannt, das alte Friesland mit Flandern, also die Gegend von Dünkirchen bis Nordenham, wobei auch an der Wurster Nordseeküste Friesen unter den Sachsen siedelten. Im Grunde auch das heutige Belgien bis Burgund, also das Lotharingen, von dem heute nur noch das von Franzien mehrfach eroberte, besetzte, assimilierte und ins Großwestfrankenreich einverleibte Lothringen geblieben ist und das Elsaß mit den Alamannien und Ost-Franken auf der anderen Seite des durch und durch deutschen Flusses Rhein. Kein Wunder, das heute die deutschen Spekulatius im zwangsvereinigten Königreich der Niederlande als Speculaas, in Groß-Franzien als spéculoos bekannt sind. In Belgien heißen das Formgebäck entweder Speculaas in Flandern oder spéculoos in Walonien und in den noch deutschsprachigen Gebieten, aus die man Deutsche hat noch nicht vertreiben beziehungsweise assimilieren können, Spekulatius.

Von der Geopolitik zum Gebäck – bei Gastrosofen geht das -, welches die Leute in einst und noch deutschen Landen in der Regel kaufen, weil sie es nicht mehr selber herstellen können. Spekulatius kann man nicht nur essen, sondern auch trinken. Nicht Kruppianer, sondern Krupsianer wissen und weisen den Weg, einen Weg. Damit wird Spekulatius, der schon lange nicht mehr als Adventsgebäck gilt, sondern als Herbstgebäck angepriesen und verkauft, endgültig zu einem 24/7-Produkt und das 365 Tage im Jahr. Das wäre dann so wie im einst Niederländisch-Indien genannten Staat in Fernost (freue sich, wer’s kennt).

Hier und heute deren von mir abgewandeltes Rezept für einen

Spekulatius-Milchshake

Zutaten

  • 100 ml Espresso (Bio)
  • 1 Kugel Vanilleeis (Bio und mit echter Vanille und Weidemilch)
  • 1 Kugel Kaffeeeis (mit fair gehandeltem Biokaffee und Weidemilch hergestellt)
  • 250 ml (Weide-)Milch, Bio-Milch
  • 5 Spekulatius-Kekse

Zubereitung

  • Den einen oder die zwei Espressi zubereiten und abkühlen lassen.
  • Die kalten Espressi in einen Standmixer geben, beispielsweise in den Standmixer Blendforce + KB439 der Marke Krups
  • Das Eis, die Milch und die Spekulatius-Kekse zugeben. Je nach Geschmack darf es auch ein Keks mehr sein.
  • 15 bis 20 Sekunden mixen und das Getränk dann in ein Glas gießen, ein Becher geht auch.

Anrichten

  • Mit einem Strohhalm, der nicht aus Plaste und Elaste sein möge, servieren.