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Das Gästebuch „Im Romanischen Café“ von Brigitte Landes

"Im Romanischen Café. Ein Gästebuch" vn Brigitte Landes. © Suhrkamp Verlag GmbH

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). In der vor allem von Christen und Sozen, aber auch Olivgrünen heruntergewirtschafteten und herunterregierten Migrantenmetropole Berlin gab es bessere Zeiten, viel bessere, aber auch schlechtere, viel schlechtere. Im Erdgeschoß des 1901 von Lohnarbeitern fertiggebauten zweiten Romanischen Hauses am Auguste-Viktoria-Platz, heute als Breitscheidplatz bezeichnet, befand sich einmal das Romanische Café. Die eine oder andere Zeit darin und darum herum gilt noch heute manchen Zeitgenossen als goldene.

Dieses Lokal für anstehende und gestandene Künstler galt bereits kurz nach seiner Eröffnung als Künstlerlokal und der Hauptraum als „Bassin für Nichtschwimmer“. Seit 1965 steht an der Stelle des alten Hauses mit dem berühmten Café eines von vielen häßlichen Gebäuden der Migrantenmetropole, das als Europa-Center bezeichnet wurde und wird. Aus Bosheit oder Dummheit wurde dort ein Lokal eröffnet, dem der Eigentümer den Namen Romanisches Café gab. Gut, daß es das nicht mehr gibt. Das Gebäude gehört abgerissen.

Das alte Romanische Café am Auguste-Viktoria-Platz war berühmt. Das Romanische Café am Breitscheidplatz war ein Topf voll Westberliner Scheibenkleister.

Über das „zur Legende gewordene Künstlercafé gegenüber der Gedächtniskirche am Kurfürstendamm“ am Auguste-Viktoria-Platz, das wahrlich „der Treffpunkt der Berliner Boheme, der Maler, Schriftsteller und Journalisten, der Theater- und Filmleute im Berlin der wilden Zwanziger“ war, wurde von Brigitte Landes „ein Gästebuch“ vorgelegt. Jedenfalls lautet der Untertitel des 127 Seiten umfassenden Buches „Im Romanischen Cafè“ so und nicht anders. „Seinen Ruhm“, so heißt es auf der Heimatseite des Suhrkamp-Verlages im Weltnetz, „verdankt es seinen illustren Gästen, die im Café und über das Café geschrieben haben. Die Texte aus dem ‚Industriegebiet der Intelligenz‘ schildern das Leben im Kaffeehaus – ‚Tür auf, Tür zu, hier geht es zu wie auf einem Bazar‘, schreibt Else Lasker-Schüler – porträtieren sein schillerndes Publikum, erzählen von Schnorrern, von Kellnern und Portiers, die das Kommen und Gehen bewachten, stets darauf bedacht, dass sich kein ‚Nicht-Schwimmer‘ ins ‚Schwimmer-Bassin‘ verirrt, wie der Bereich für die Stammgäste genannt wurde.“

Im Werk „Im Romanischen Café“ befinden sich „Originaltexten aus dem Café und über das Café von Else Lasker-Schüler, Walter Benjamin, Franz Hessel, Egon Erwin Kisch, Anton Kuh, John Höxter, Erich Kästner, Hans Sahl, Klabund, Mascha Kaléko, Joseph Roth, Friedrich Hollaender, Geza von Cziffra, Christopher Isherwood, Wolfgang Koeppen, Christoph Hein … und vielen anderen.“

Lesen Sie das Werk, trinken Sie Kaffee beim Lesen und essen Sie Obsttorten, darunter Apfeltorten und Birnentorten, Biskuittorten, Sahnetorten und Cremetroten wie in den Zwangziger Jahren des 20. Jahrhunderts nach unserer Zeitrechnung in der deutschen Stadt Berlin.

Bibliographische Angaben:

  • Autor: Brigitte Landes
  • Titel: Im Romanischen Café
  • Untertitel: Ein Gästebuch
  • Reihe: Insel-Bücherei Nr. 1472
  • Sprache: Deutsch
  • Seiten: 127
  • Format: ca. 12,5 × 18,7 × 1,3 cm
  • Gewicht: 172 g
  • Bindung: fester Einband
  • Verlag: Suhrkamp Verlag GmbH, Berlin
  • Auflage: 4. Auflage 16.9.2020
  • ISBN: 978-3-458-19472-9
  • Preise: 14 EUR (Deutschland), 14,40 EUR (Österreich), 20,90 SFr
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