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Eis aus Plombières-les-Bains – Vom vergrößerten Westfrankenreich hin ins Russische Kaiserreich und zurück in die zerkleinerte Kleindeutsche Lösung mit dem Kürzel BRD – Plombir in Potsdam

Plombir, ein russisches "Eissandwich mit Vanillegeschmack". © Münzenberg Medien, Foto / BU: Stefan Pribnow, Ort und Datum der Aufnahme: Potdam, 2.7.2026

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Daß Plombières als eine französische Eisspezialität gilt, das wissen Kenner und Kritiker, und auch, daß das Original aus der Epoche des Kaisers Napoleon III. stammt, also zu einer Zeit als das vergrößerte Westfrankenreich noch ein Reich war und keine Republik. Angeblich stamme das glace plombières genannte Eis aus Plombières-les-Bains, wo der Pariser Konditor Tortoni seinen kaufkräftigen Kunden eine halbgefrorene Süßspeise aus Crème fraîche, Eiern, Vanille und kandierten Früchten namens Plombière verkaufte.

Der Ruf dieser Eiscreme aus Plombières-les-Bains wurde hinaus in die weite Welt getragen. Dafür sorgte auch Honoré de Balzac, der nicht nur Bücher schrieb, sondern Briefe. Der erwähnte das Eis, das in Paris ab 1852 in Bechern aus Waffeln angeboten wurde. Diese Variante wird von Russen, die bei allem, was aus dem Westfrankenreich kam, aufhorchten, Plombir genannt.

Daß Plombir genannte Eis findet schon lange seinen Weg in die zerkleinerte Kleindeutsche Lösung mit dem Kürzel BRD. Beispielsweise kann König Kunde bei Ledo in Potsdam Plombir kaufen. Ledo gilt als Russischer Supermarkt und einer davon befindet sich am noch immer zugeschütteten Kanal in der Potsdamer Innenstadt. Und Plombir gilt als russisches Sahneeis, das seine Hochzeit während der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken hatte, aber auch heute noch Anhänger. Die Rezeptur wurde in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in der UdSSR als Standard festgelegt. Und dieser Standard gilt noch immer.

Auf der Heimatseite des Plombir genanntes Eises im Weltnetz heißt es dazu: „Der Bau der ersten Eisfabrik in der UdSSR fand in den 1930igern statt. 1936 stellte Anastas Mikojan, der damalige Minister für Ernährung, die Forderung, dass Speiseeis zu einem erschwinglichen Volksprodukt werden sollte.

Am 4. November 1937 wurde in einem Betrieb, ausgestattet mit für die damalige Zeit modernsten Maschinen, die Mikojan persönlich aus den USA beschaffen ließ, das erste sowjetische Eis hergestellt. Sein Ruhm wurde mit der Norm ‚GOST 117-41 Sahneeis, Plombir, Früchte-Beereneis, aromatisiertes Eis‘ manifestiert…“

Daß Plombir aus der UdSSR auch in der DDR reißend Absatz fand, das versteht sich von selbst. „Jedes Jahr wurden 2000 Tonnen davon exportiert.“ Der Absatz bei Ledo ist zwar nicht reißend, aber vorhanden. Ob das Plombir gut und günstig ist, darüber mag man streiten, aber kosten möchte sein. Und anschließend das Wegwerfen der Verpackung (Photo siehe oben) nicht vergessen.

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