Mandelario Brunetti: Lasse Dich vermandeln und esse Mondarella

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Mondarella mit Tomaten, Mandeln und Basilikum. © al-mond Dairy GmbH, BU: Stefan Pribnow

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Die „al-mond Dairy GmbH“ (Eigenschreibweise) sei „ein visionäres italienisch-deutschen Start-Up, das nachhaltige pflanzenbasierte Produkte“ entwicke, heißt es in einer von der Ziegfeld Enterprise GmbH verschickten Pressemitteilung, die uns am 4.8.2020 erreichte.

Al-mond? Almond ist Englisch und heißt auf Deutsch Mandel. Und siehe da, nicht um Käse aus Milch, beispielsweise von der Kuh auf der Wiese oder der Ziege auf dem Feld, sondern um Mandelkäse dreht sich die Mitteilung zur „Foodinnovation“ genannten Neuheit in Lebensmittelgeschäften mit Namen Mondarella, die eine Marke der Almondis aus Berlin ist.

Auf deren auf den ersten Blick beachtlich, ja, recht ansehnlich gestalteten Heimatseite mondarella.eu im Weltnetz heißt es „Du vermandelst mich“ und unter „über Mandarella“, dass Geschäftsführer „Piero Brunetti aus Sizilien … lange Musiker, in verschiedenen Orten unterwegs und seit der Kindheit fast immer erkältet“ gewesen sei. Er habe „Schnupfen“ gehabt oder er sei „krank“ gewesen. „Durch Zufall traf er in London einen Professor, der eine Studie mit vegetarischer Ernährung durchführte – und nahm teil. Das veränderte sein Leben: Denn nach 4 Wochen vegetarischer Ernährung waren Krankheiten verschwunden und er fühlte sich besser als je zuvor.“

Mondarella mit Tomaten, Basilikum und Balsamico (Balsamessig). © al-mond Dairy GmbH, BU: Stefan Pribnow

Der Musiker Brunetti recherchierte wie der gleichnamige Commissario, um anschließend „voller Überzeugung … mit italienischen Mamas und Köchen vegetarische und dabei lecker schmeckende Lebensmittel herzustellen, u.a. einen Mozzarella auf Mandelbasis“.

Eine Hand voll Mondarellas erhielten wir in die Berliner Redaktionsstube. Erst die Bemusterung, dann die Verköstigung. „Das hat was von Marzipan“, sagte der eine, der wohl wusst, dass zum Zucker auch Rosenwasser und Mandeln zugetan werden. Doch im Mondarella stecke keine Zucker drin, dafür etwas Speisesalz. Und was noch? Der Hersteller schreibt: Trinkwasser, Stärke (Mais und Tapioka) und als Verdickungsmittel Johannesbrotkernmehl und Xanthan. Auch natives Olivenöl extra sei drin. Und selbstverständlich stecken Mandeln in der Mondarella. 20 Prozent sollen es sein, die aus Kalifornien, VSA, kämen.Cremig schmeckt sie, die Mondarella, keine Frage, aber nicht so lecker pur, auf Brot oder einem Croissant, dafür mit Tomaten und Basilikum sowie einer selbstgemachten Sauce oder Pesto. Das soll sein. Sie passe auch prima in Salate und Gemüseaufläufe. Goldbraun in der Pfanne gebraten mit grünem Spargel, der vor allem aus Venetien, aber auch der Emilia Romagna, Latium und Ligurien kommt. Das muss schmecken.

Goldbraun in der Pfanne mit grünem Sparel gebratene Mondarellascheiben. © al-mond Dairy GmbH, BU: Stefan Pribnow

Auf der Mondarella-Heimatseite werden aktuell sechs Rezepte angeboten. Das sollte fürs Erste reichen, denn das durchaus cremige und leicht mandelig bis nussig schmecken Produkt, das in der äußeren Form und Farbe durchaus an Mozzarella erinnert, sei erst „seit dem 15. Juni diesen Jahres“ auf dem Markt. Und dort gilt sie nicht nur als „veganes Käseprodukt“, was sie nicht ist, „sondern auch zu den Superfoods aus rein natürlichen Rohstoffen“. Das ist ist gesund: „Die verarbeiteten Mandeln machen es möglich: Sie stecken voller gesunder Nährstoffe, unterstützen das Immunsystem, arbeiten unterstützend beim Stoffwechsel und schützen das Herz und seine Gefäße. Aber auch für Haut und Augen sind sie von Vorteil und entfalten nicht zuletzt in der Darmflora ihre stärkende Wirkung. Schon kleine Mengen bringen hier große Effekte.“

Und das ist gut so!