Eine Melange aus Montasio und Potaten – Friaulische Kartoffelpuffer mit Käse und Zwiebeln

Klassischer Kartoffelpuffer, gerne mit Käse und Zwiebeln in Butter und Öl braten. Nur noch salzen und pfeffern. Fertig. Quelle: Pixabay, Foto: Andreas Lischka

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Dass das Friaul vor allem deutsch war, also nicht nur ein langobardisches Herzogtum, auch Herzogtum Friaul genannt, oder zum Reich der Franken gehörte oder den Grafen von Görz und über Jahrhundert den Habsburger, das weiß jeder, der sich mit Geschichte beschäftigt und kundig ist. Gesellt sich zu diesem Geschichtswissen auch gastrosophische Kenntnis, umso besser schmecken friaulische Kartoffelpuffer mit Käse und Zwiebeln.

Ob friaulische Käse-Kartoffelpuffer nun eine deutsche oder eine italienische Spezialität sind, unkundigen Gourmands und Gourmets dürfte das gleich sein, Hauptsache, dass das scheinbar dürftige schmecken wie einst einfachen Bauern.

Für friaulische Kartoffelpuffer nehme man hier und heute Montasio, einen Hartkäse, der im Friaul hergestellt wird, aber auch in anderen Regionen Italiens. In der Regel ist ein Montasio ein fetter und herzhafter, würziger und – je länger die Reifung – kräftiger Kuhmilchkäse.

Diesen Montasio mit Kartoffeln und Butter zu einem Käse-Kartoffelpuffer zuzubereiten, ist der Arme-Leute- und Bauernkultur entsprungen. Die Hausfrauen ließen, bevor sie beispielsweise Kuhherden auf die Weide führten, auf der feurigen Herdstelle ein Topf mit übriggebliebenen Käsekrusten stehen. Bei ihrer Rückkehr waren diese geschmolzen.

Dann wurden noch Kartoffeln gerieben. Je nach Vorliebe kann man grobe oder glatte Kartoffelpuffer zubereiten. Für grobe Puffer muss man die Kartoffeln in kleine Stifte reiben, für glatte Puffer dagegen sehr fein. Es kommt – keine Frage – dabei auch auf die Reibe an. Mitunter wurden die Kartoffeln auch gekocht und zwar mit Schale. Dann wurde die Schale entfernt und die Kartoffel in schmale Scheiben geschnitten.

Diese kamen anschließend in eine Pfanne, in der zuvor geschälte und geschnittene Zwiebeln in Butter und Olivenöl angebraten wurde. Alles nach Belieben salzen und pfeffern. Nun den Montasio darüber gießen oder jungen Montasio darüber reiben. Den Kartoffelpuffer mit Käse und Zwiebeln nun in der Pfanne goldig bis bräunlich braten. Fertig.

Der Montasio ist übrigens seit 1986 eine geschützte Ursprungsbezeichnung. Er muss aus den heute italienischen Provinzen Friaul, Julisch und Venetien kommen, also nicht nur aus Görz und Triest, sondern auch aus Udine und Pordenone. Montasio wird allerdings auch aus den Provinzen Treviso und Belluno sowie Venedig und Padua hergestellt. Was sagt man dazu? Ist so!

Immerhin wird er in allen diesen Provinzen wie folgt unterschieden:

  • Montasio Fresco (jung mit geringer Reifezeit von 60 bis 120 Tagen)
  • Montasio Mezzano (mittelalt mit einer Reifezeit von fünf bis zehn Monaten)
  • Montasio Stagionato (alt mit einer Reifezeit länger als 10 Monate) und
  • Montasio Stavecchio (uralt mit einer Reifezeit länger als 18 Monate).

Nun, länger als 18 Monate ist selbstredend nicht uralt, aber in diesem Montasio-Fall schon.

Für friaulische Kartoffelpuffer mit Käse und Zwiebeln braucht man nicht nur Montasio Fresco, Zwiebeln, Kartoffeln, Butter, Olivenöl, Salz und Pfeffer, sondern auch einen Refosco dal Peduncolo Rosso Friuli Aquileia Doc. Guten Appetit und Prost!