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Der Ried Langegg Schilcher 2025

Ried Langegg Schilcher Weststeiermark DAC 2026. © Weingut Langmann vlg. Lex

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Schwarz auf Beige steht auf dem vorderen und hinteren Etikett einer schlanken und ranken Flasche Roséwein, was Sache ist: „RIED LANDGEGG. SCHILCHER. Weststeiermark DAC 2025.“

In Beige auf hellem Blau ist zudem von einer Lex Langmann die Rede. Handelt es sich wahrlich weniger um eine Lex specialis als vielmehr um eine Lex Langmann? Auf jeden Fall handelt es sich bei der Flasche um den Schilcherjahrgang 2025 mit der Charakteristik weststeirischer Rieden. Dazu wird auf dem Rückenetikett mitgeteilt: „Als der Weingarten in der Ried Langegg angelegt wurde, setzte die Familie Langmann auf eine gezielte Eigenselektion der spannendsten Rebstöcke mit besonders kleinen, würzigen Beeren. Im Zusammenspiel mit dem Felsbraunerdboden dieser Lage entsteht ein fruchtbetonter, saftiger Wein mit viel Finesse und hohem Trinkvergnügen.“

Weder Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow noch ich könnten das besser formulieren, aber ich möchte ergänzen, daß Schilcher keine Rebsorte bezeichnet, sondern schlicht und ergreifend Roséwein aus der Steiermark in Österreich. Allerdings wird Schilcher hundertprozentig aus der autochthonen roten Rebsorte Blauer Wildbacher gekeltert. Der Begriff Schilcher ist zudem eine geschützte Herkunftsbezeichnung für die Weststeiermark. Das zu Beeren und Boden.

Was fehlt zur Weinlage? Richtig, die Wetterlage. Daß das Frühjahr des vergangenen Jahres trocken war, aber „Hagelereignisse nach den Eisheiligen für erste Anspannung in den Weingärten“ sorgte, das wird in einer Pressemitteilung des Weingutes Langmann kundgetan und dies: „Es folgte ein Sommer der Gegensätze.“

Dazu die Winzerin Verena Langmann: „Rückblickend fand der eigentliche Sommer 2025 bereits im Juni statt.“ Sonne satt und Hitze im Juni, Regen im Juli und Handarbeit im August: „Wir wollten eine perfekte Durchlüftung sicherstellen, ohne die Trauben der Gefahr von Sonnenbrand auszusetzen“, so Langmann.

Und die Lese? „Anfang September war eine echte Challenge“, erinnert sich Verena Langmann laut besagter Pressemitteilung. „Man braucht Mut, um bei wechselhaftem Wetter die Trauben so lange hängen zu lassen. Aber das Warten hat sich ausgezahlt.“ Mit anderen Worten: „Erst Mitte Oktober wurde der letzte Lesetag verzeichnet – ein spätes Datum, das maßgeblich für die Qualität des Jahrgangs verantwortlich ist.“

In einer Flasche Ried Langegg Schilcher stecken also nicht nur 2025-Weststeiermark, sondern Langmann-Handarbeit und -Kopfarbeit.

Zum Boden gibt es vom Hersteller folgende Informationen: „Die Ried Langegg bringt die zugängliche Seite des Schilchers hervor. Die sandige und lehmige Auflage am Muttergestein sorgen für eine natürliche Saftigkeit. Dass die Familie Langmann hier auf eine eigene Selektion mit besonders kleinen, würzigen Beeren setzt, verleiht dem Wein trotz seiner Finesse eine bemerkenswerte aromatische Tiefe. Ein Schilcher, der durch seine klare Frucht und seinen harmonischen Trinkfluss überzeugt.“

Zwölf Euro werden aktuell für eine 0,75-Liter-Flasche Ried Langegg Schilcher, laut Herstellerangaben: 12,0 % Vol.-Alk., 3,6 g/l Restzucker und einem Säuregehalt von 8,0 g/l tbS, aufgerufen. Rufen Sie an und bestellen Sie direkt beim Weingut Langmann, Langegg 23, 8511 St. Stefan/Stainz, Österreich.

Wer allerdings von den einen als milde und von den anderen als fade bezeichnete Weine wie Weißburgunder und Grauburgunder und so weiter mit weniger bis wenig Säure und in der Farbe ein zartes Rosé bevorzugt, der ist bei diesem Schilder alles andere als goldrichtig. Ganz im Gegenteil: Der trockene Ried Langegg Schilcher 2025 überzeugt mit einer beherzten Säure, die typisch für Riesling oder den einst als Muskat-Silvaner bezeichneten Sauvignon Blanc ist. Sowohl das Rosé als auch die Säure sind beeindruckend, bisweilen „ungestüm“. Wenn das nicht zur Berliner Schnauze paßt wie ein Preuße in jede Provinz des Deutschen Dualismus, was dann?

Im Sortiment der Schilcher des Weingutes Langmann ist der Ried Langegg 2025 die Nummer eins.

Anmerkung:

Die Redaktion des Magazins GASTROSOFIE wurde mit einer Flasche Ried Langegg Schilcher 2025 zur Verkostung bemustert.

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