Bestes aus der Beira Baixa – Über den Teller und den Rand oder Speisen im Restaurante Hermínia in Fundão

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Das Restaurante Hermínia in einer Außenansicht. © Restaurante Hermínia, BU: Stefan Pribnow

Fundão, Portugal (Gastrosofie). Wer in der Serra da Gardunha Wandern will, der wird nach nur einer der an zwei Händen abzahlbaren Rundkursen am Rande Portugals, die Fremden in Worten und Wanderkarten empfohlen werden, Hunger haben. Wer zufällig auf der Rota da Pedra D`Hera wandert, welche mit 5,4 Kilometern kurz, mit 144 Metern Höhenunterschied leicht und in ein, zwei Stunden locker zu schaffen ist, der wandert anschließend raus aus den bewaldeten Hängen bergab weiter nach Fundão.

Restaurante Hermínia
Die tolle Terrasse des Restaurante Hermínia an der Hauptstraße von Fundão. © Restaurante Hermínia, BU: Stefan Pribnow

Von den anderen Routen wie der Rota do Carvalhal (12,6 km, 4 bis 5 Stunden) oder der Rota da Gardunha (17,4 km, gut und gerne 5 Stunden) fährt man besser mit dem Rad, Motorad oder Auto nach Fundão. Die Stadt, die es 1988 von der Villa (Kleinstadt) zur Cidade (Stadt) schaffte, liegt eine Hand voll Kilometer von der Autobahn (A23) und ist seit über 100 Jahren sogar mit der Eisenbahn zu erreichen. Sie liegt an der Linha da Beira Baixa, die vom südlich gelegenen Entroncamento, dessen Einwohner eine Städtepartnerschaft mit dem hessischen Friedberg pflegen, bis ins nördlich gelegene Guarda, die eine Partnerschaft mit Siegburg hegen, führt. Diese Linha ist an das staatliche Bahnnetz der Comboios de Portugal angeschlosssen.

Viele Wege führen zu Lande nach Fundão, wo mitten in der Stadt ein altes, hohes und im Grunde schmuckloses Haus an der gepflasterten Hauptstraße steht. In gleich zwei von fünf Etagen ist das Restaurante Hermínia untergebracht. Vor dem Restaurant, dessen Terrasse nicht nur überdacht ist, sondern rundum eingeglast, stehen ein, zwei Bäume, die im Sommer willkommenen Schatten spenden. Das im April bereits kräftige Grün der Bäume passt zum hellen Beige der Hausfassade, an der sich in Ockergelb gestrichene Applikationen und kleine Balkone befinden. Und die große Glasfassade, die vom Boden bis zur Decke reicht, kann jeder Zeit entriegelt und zur Seite geschoben werden, wenn ein laues Lüftchen weht. Alles ganz so, wie es dem guten Gast als König Kunde gefällt.

Restaurante Hermínia
Bitte Weine aus der Region wählen. Durchaus darf es Alto Douro sein, aber es muss nicht immer Wein aus der ältesten Weinbauregion der Welt sein. © Restaurante Hermínia, BU: Stefan Pribnow

Dem dürfte vor allem das Angebot zusagen, das laut einem der Kellner aus dem Besten bestünde, das im Beira Baixa, dem Unteren Grenzgebiet, das im Norden ans Beira Alta, im Westen ans Beira Litoral und im Osten an das kastillische Spanien grenzt, gegessen werden könne.

Im Restaurant ist Platz für 80 Personen, aber in deren Bäuchen bestimmt nicht so viel, wie auf die Tische getragen wird.

Unter den Speisen sind gebratene Zicklein, Carqueja-Reis, Maranho, Ensopado de Borrego oder Tibórnia. Ach, am besten alles auf einmal probieren, aber der Reihe nach. Wie wäre es mit einem Menue?!

Als Entrada empfehlen wir Gastrosofen einen Salada de Grão e Bacalhau. Für den Genuss zum kalten Kabeljau ein Schuss natives Olivenöl aus der Gegend, dann die Suppe. Sopa à Beira Baixa. Das kann alles heißen und heiß ist die Suppe, die in Portugal auch erstes Essen genannt wird, auf jeden Fall. Und wenn der große Eintopf aus auf dem Tisch steht, dann kann man noch eine Keller nehmen, denn das schmeckt und schmeckt und hört nicht auf zu schmecken.

Restaurante Hermínia
Es ist angerichtet im Restaurante Hermínia. © Restaurante Hermínia, BU: Stefan Pribnow

Beim Hauptgericht gilt es zwischen Peixe (Fisch) und Carne (Fleisch) zu wählen, wenn man überhaupt noch schlemmen kann. Tibórnia à Lagareiro (bacalhau, couves e batatas em azeite virgem, also Kabeljau, Kohl und Kartoffeln) und Polvo Rei com Castanhas (Octopus mit Kastanien) wurden am großen, runden Tisch in der Belle Etage serviert, aber auch Naco à Serrana un Bife da Alcatra com Feijão Manteiga em Azeite Virgem. Wer nach dem Steak noch kosten kann, der widme sich mit Wohlbehagen dem Sobremesa genannten Nachtisch.

Pastéis de Nata werden aufgetragen, aber auch Degustação de Doces Regionais. Sie kosten bitte alle und lassen sich Vinhos da região zum Menue empfehlen. Es müssen nicht immer Weine vom Alto Douro sein.

Restaurante Hermínia
Nachtisch geht immer und wird an den Tisch gerollt. © Restaurante Hermínia, BU: Stefan Pribnow

Wer zum Abschluss statt Süßes mit Galão oder einer anderen Kaffee-Spezialität weiter Wein trinken will, der wähle Queijos Regionais. Die Käse aus der Region sind köstlich, aber das steht in einem anderen Beitrag in der Gastrosofie.

Vielleicht wäre eine Wanderung nach dem Mahl nicht das Schlechteste. Auf der Rota da Penha geht´s gleich auf zwei Gipfel.

Restaurante Hermínia

Avenida da Liberdade, 123/125, 6230-398 Fundão, Telefon: +351 275 752 537

Öffnungszeiten: Täglich von 12 bis 23.30 Uhr

Anmerkung:

Die Recherche wurde unterstützt von AHRESP, República Portuguesa und Visit Portugal.