Pastéis de Nata in Porto und Berlin, in Portugal und der Welt

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Pastéis de Nata
Süße kulinarische Köstlichkeiten wurden beim „Taste Portugal“ am 15. März 2018 in der Marheineke-Markthalle in Berlin-Kreuzberg gereicht. © 2018, Foto: Andreas Hagemoser

Porto, Portugal; Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Pastéis? Pastéis de Nata! Nie gehört und noch nie gegessen? Dann wird es aber Zeit. Diese berühmten Blätterteigtörtchen, die Gastarbeiter mit dem Galão Mitte des letzten Jahrhunderts in deutsche Lande brachten, ja, auch nach Luxemburg, glänzen nicht nur in der Sonne des Südens und sind sicherlich pures Hüftgold. Doch sie sind so köstlich, dass ich nicht widerstehen kann. Sie bestimmt auch nicht.

Und nicht nur ein Schnäfeli, nein, ich kann den Schnabel nicht voll kriegen von diesen süßen, klassischen Küchlein, die Kenner kurz Pastéis, was nichts weiter als Pastete heißt, und Noch-besser-Wisser in Gänze Pastéis de Nata nennen. Die Nata ist die Creme oder Sahne.

Beim Galão, also diesem typisch portugiesischen Espresso mit Milch bleibt es wie beim Kaffee kurz, kräftig und ohne Zusatz – außer Zucker.

Den brauchen wir zudem zur Zubereitung dieses portugiesischen Leibgerichts.

Die Zutaten

für ein Dutzend Pastéis de Nata beginnen beim Fett für die Form. Wer keine Pasteisform hat, der greife zu Muffinformen (12er), die ebenfalls geeignet sind.

Blätterteig

225 Gramm (g) tiefgekühlter Blätterteig

Füllung

30 g Speisestärke
500 ml Milch von Kühen, die auf der Weide grasen dürfen
1 Vanilleschote und keinen Ersatzkram
150 g Zucker und zwar reiner, weißer Verbrauchszucker bester und höchster Qualität.
6 Eigelb mindestens der Größe M

Die Zubereitung

Die Blätterteigplatten nach Packungsanleitung auftauen. Form fetten und Backofen vorheizen (Ober-/Unterhitze: etwa 250° Celsius, Heißluft: etwa 230° Celsius).

Für die Füllung die Speisestärke mit etwa 5 EL Milch anrühren. Vanilleschote der Länge nach aufschneiden und das Mark herauskratzen. Die Speisestärke mit der restlichen Milch, dem Zucker, Vanillemark und Eigelb in einem Topf mit einem Schneebesen verrühren und unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Erst kurz aufkochen, dann in Ruhe abkühlen lassen. Ab und an Umrühren kann beim Abkühlen nicht schaden. Naschen nicht vergessen!

Beim Abkühlen die Blätterteigplatten übereinanderlegen und auf leicht bemehlter Arbeitsfläche zu einem Rechteck der Größe 30 x 20 cm ausrollen. Dann die Platte von der kurzen Seite eng aufrollen und die Rolle in 12 gleichmäßige Scheiben schneiden. Anschließend die Teigscheiben nacheinander auf leicht bemehlter Arbeitsfläche zu tollen Talern mit einem Durchmesser von 10 cm ausrollen und die Form damit ausfüllen. Die Creme gleichmäßig in das tiefe Tal der Ex-Taler verteilen. Nun muss die Form nur noch in den Backofen, am besten in die Mitte.

Ein Dutzend Pastéis de Nata benötigen ein Dutzend Minuten Backzeit im vorgeheizten Ofen. In der verflixten 13. Minuten die Vanilletörtchen rausholen und etwas abkühlen lassen, um sich beim Herauslösen aus den Formen nicht die Finger zu verbrennen. Lauwarm mit Galão mag ich sie am liebsten.

Manteigaria – Fábrica de Pasteis de Nata in Porto

In Porto probierte ich kürzlich im Rahmen einer Taste-Portugal-Tour vor unser aller Augen frisch zubereitete Pastéis de Nata im Manteigaria – Fábrica de Pasteis de Nata, Rua Alexandre Braga, 2, 4000-049 Porto, Portugal. In dem durchdachten und bis aufs i-Tüpfelchen durchgestalteten Lokal mit hoher Decke im Erdgeschoss des Hauses Ecke Rua Formosa werden auch allerlei Sorten Kaffee gereicht. Vor allem junge Leute scheinen sich dort wohlzufühlen.

Bekarei in Berlin

Und ein paar Häuser von der Redaktionsstube entfernt in der Bekarei, Dunckerstaße 23, 10437 Berlin, nasche ich auch einmal, allerdings wird mein Leibgericht dort Pastel de Nata genannt, aber ich esse auch nur eine am Tag. Die Bekarei wurde dort 2006 von Paula Gouveia und George Andreadis gegründet. Der Standort hat eine über 120-jähriger Tradition als Bäckerei. Die Geschichte der Pastéis de Nata aber ist viel älter. Wie alt? Das weiß keiner so genau.