Wandern im Weinberg und hoch das Glas beim Häcker

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Spätsommer am Lützeltaler Berg. © Weingut Giegerich

Großwallstadt, Deutschland (Gastrosofie). Häcker? Hä? Richtig gelesen: Häcker. Das heißt auf Fränkisch Winzer. Doch bevor wir zu einem gehen, genauer: zur Häckerwirtschaft des Weingutes Giegerich in Großwallstadt, wandern wir: im Zeichen des Rotweinglases!

Ein Hinweisschild auf den Fränkischen Rotwein-Wanderweg in Großwallstadt. © Weingut Giegerich

Mit einem Rotweinglas wird in der neuerdings Churfranken genannten Gegend am Main beziehungsweise des Mainlandes um Miltenberg seit 1990 ein Wanderweg markiert. Der Weg ist 79 Kilometer lang und führt mehr oder weniger am Main zwischen Spessart und Odenwald entlang und zwar durch Weinberge, Dörfer und Städte.

Zumindest vor Ort scheint sich der Kunstname Churfranken eingebürgert zu haben. Jedenfalls hören wir ihn wieder und wieder auf der zweiten von insgesamt sechs Etappen, die von Großostheim nach Elsenfeld führt.

Bein Blick auf die Lage Lützeltaler Berg. © Weingut Giegerich

Die Strecke ist 17,2 Kilometer lang und bieten ein Rauf auf Berge und ein Runter in Täler, aber immer wieder auch Plätze für Rast und Ruh auf dem nördlichen Odenwaldausläufer. Beste Beispiele bieten dafür die Weinbergen des Weingutes Giegerich in den Lagen Lützeltaler Berg und Pitztal bei Großwallstadt. Beide liegen im Naturpark Bergstraße-Odenwald, der 2004 zum Geopark ausgezeichnet wurde und nunmehr Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald heißt. Grob gesagt gilt es, seine Naturflächen zu bewahren und seine Kulturlandschaft nachhaltig zu bewirtschaften.

Die Gegend unter den Sattelberg, Dachsberg (231 m), Dürnberg, Neuberg (284 m), Kirchenhöhe, Leimberg und Pfaffenberg genannten Höhen entlang dieser grünen Strecke sehen – so weit das Auge reicht – sauber, gehegt und gepflegt aus. Das gilt auch für die Täler wie Lang-, Lützel- und Pitztal.

Die Familie Giegerich, die das Weingut in zwei Generationen bewirtschaftet, besitzt Lagen sowohl im Lützel- als auch im Pitztal. Auf 6,7 Hektar am Lützeltaler Berg wachsen auf Buntsandstein-Verwitterung mit Löss-Lehm-Auflage Spätburgunder, Chardonnay, Frühburgunder und Weißburgunder. Im Pitztal werden auf 6,9 Hektar Spätburgunder, Riesling und Silvaner angebaut.

Ist das nicht ein wunderbarer Rotweinwanderweg? © Weingut Giegerich

Beide Lagen werden weitestgehend von der Sonne verwöhnt. „Sonnendurchglüht“, sagt man vor Ort und spricht von einem „milden Klima“. Zudem sind beide Täler stimmungsvoll von Wald umgeben, aus dem sich das Wild wagt, wenn es hungrig ist und Ruhe im Weinberg des Herrn herrscht.

Ab und an ein Abstecher abseits des Rotweinwanderweges kann nicht schaden wie ein Spaziergang durch das Tiefental zur Mariengrotte, die auch als Lourdesgrotte bezeichnet wurde, zeigt. Diese liegt tief in einem Tal des Odenwaldes. Errichtet wurde sie 1894 von Männern eines längst aufgelösten Krieger- und Veteranenvereins, weil die damaligen Mitglieder aus dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 heil heimkehrten. Unter der aktuell dort aufgestellten Madonna steht der Spruch „O, Maria, bitte für uns.“ Davor stehen Bänke.

Speis und Trank in einer Hütte in den Giegerichschen Weinbergen am Main. © 2019, Foto: Brigitte Duffeck

Auch an einer schönen Weinbergshütte im Pitztal befinden Bänke, die stehen allerdings um einen reich gedeckten Tisch. Bei gutem Wetter finden Wanderer immer wieder einen guten Platz für ein Picknick. Allerdings sollte man Hunger und Durst mitbringen, wenn man am Abend in der Häckerwirtschaft des Weingutes Giegerich einkehrt.

Dort steht die nächste Häckerzeit an. Von Freitag, den 17. Januar 2020, bis Sonntag, den 2. Februar 2020, ist täglich ab 11.30 Uhr durchgehend geöffnet. Speis („traditionelle Häckerküche“) und Trank werden geboten! Wie wäre es mit einem der zehn bei der Fränkischen Weinprämierung 2019 eingereichten Weine, für die das Weingut Giegerich sieben Mal Gold und drei Mal Silber gewann? „Ob Burgunder, Silvaner oder Sauvignon Blanc – für alle Weine gab es Edelmetall“, freuen sich Helga und Klaus Giegerich mit ihren Söhnen Philipp und Kilian, die diese Weine „größtenteils … in Eigenregie“ ausgebaut hätten.

Freuen Sie sich mit im

Weingut Giegerich

Adresse: Weichgasse 19, 63868 Großwallstadt

Kontakt: Telefon: 06022 655355

Heimatseite im Weltnetz: weingut-giegerich.de

Anmerkung:

Mehr Informationen im Artikel Eine Winzerfamilie und ihre Weine – Das Weingut Giegerich in Großwallstadt von Ole Bolle.