Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Die Kellerei / Cantina Terlan ist eine in den Bergen. Entlang der Weinstraße im Tal der Etsch in Südtirol, wächst nicht nur Spargel, sondern Wein. Für beide Gewächse wird die Gegend gerühmt.
Das Terroir von Terlan
Reben der Sorte Sauvignon Blanc gedeihen nicht nur im Tal der Loire, in Sancerre und Pouilly-Fumé, sondern auch auf den Terlaner Quarzporphyrböden in einer Höhe von 300 bis 550 Metern über dem Meeresspiegel. Der Quarzanteil beim Grundgestein vulkanischen Ursprung solle nach Angaben der Kellere 55 bis 60 Prozent betragen. Darauf, daß die „skelettreichen kargen, sandig-lehmigen Böden … natürlich begrenzte Erträge“ böten, wird hingewiesen und auch darauf, daß „der fehlende Calcium-Carbonat- Anteil … leicht saure pH-Werte“ bedinge.
Ferner heißt es, daß „das Terroir von Terlan, wo die Rebe durch den Mikrostress auf besondere Weise reagiert und eigene, terroirspezifische Polyphenole produziert, dem Terlaner Wein seinen unverwechselbaren Charakter verleihen“ würden, so daß „besonders salzige Weine mit Spannung und Tiefe“ entstünden. „Das besondere Cuvée an Kristallen und Mineralien der Terlaner Böden“ bringe Weißweine hervor, die mit einer „außergewöhnlichen Langlebigkeit“ zu überzeugen wüßten. Zwar wird die Rebsorte Sauvignon Blanc im Tal der Etsch seit 1905 angebaut, aber die Jahrgänge, die auf der Heimatseite der Cantina Terlano im Weltnetz angepriesen werden, reichen „nur“ ein Dutzend Jahre zurück.
Das Klima
ist für eine Lage wie Terlan selbstverständlich etwas Besonderes. „Aufgrund der kühlen Fallwinde der hohen Berge“ sei „das Terlaner Mikroklima mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht bemerkenswert“, wird mitgeteilt und darauf verwiesen, daß „die jährliche Niederschlagsmenge im Vergleich zum südlichen Alpenvorland nur etwa ein Drittel“ betrage „und die Besonnungsintensität … höher“ sei.
Sonne, Nordföhn und Ora aus dem Süden stecken auch im 2024er Jahrgang, aber auch Wasser eines „nassen Frühjahres“. Von einer „verzögerten Blüte und bei einigen Rebsorten zu einer Verieselung der Trauben“ war in Terlan die Rede, wovon auch die Sorte Sauvignon Blanc betroffen war.
Der Ausbau
Doch das, was per Hand gelesen und selektiert wurde, das kam in die Ganztraubenpressung. Anschließend war „langsame Gärung bei kontrollierter Temperatur und Reife für 9 Monate auf der Feinhefe teils im großen Holzfass (50%) und teils im Edelstahltank (50%)“ angesagt. Die Assemblage drei Monate vor der Flaschenfüllung.
Der Charakter
ist typisch für Sauvignon Blanc. Im Glas sieht man eine gelbgrüne Farbe. In die Nase steigen nicht Schwarze Johannisbeeren und Paprikanoten, sondern „Mango, Papaya, Limette und roter Grapefruit aber auch Kräuteraromen, die an Zitronengras, Melisse, Minze und grünen Tee erinnern“. Oder doch ein Hauch von Johannis- und Stachelbeeren?
Mineralische Noten sind in der Nase auch mit dabei. Spätestens im Mund mag man die „feingliedrigen Mineralität“ schmecken sowie Aromen von Früchten (siehe oben).
Einen Wein der Selection Quarz darf man auch in ein Burgunderglas einschenken. Als Serviertemperatur gibt der Erzeuger 12 bis 14 °C an. zu einem Bachsaibling aus der Provinz Bozen mit grünem Apfelrisotte (Risso aus der Pianura Padana genannten Po-Ebene) sollte dieser Wein passen, aber auch zu einem Terlaner Spargelrisotto ganz in Weiß.
Daten zum Wein
- Alkoholgehalt: 14,0 % vol
- Restzucker: 2,0 g/l
- Gesamtsäure: 6,2 g/l
Anmerkung:
Siehe den Beitrag
- Die Kellerei Andrian an der Etsch – Geschichte, Grund und Boden von Rainer Wein
im Magazin GASTROSOFIE.
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