Ökobräu im Altmühltal – Das kleine Riedenburger Brauhaus und seine großartigen Biere

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© Riedenburger Brauhaus Michael Krieger GmbH & Co. KG

Riedenburg, Berlin, Deutschland (Gastrosofie). 150 Jahre Riedenburger Brauhaus, das wurde vor zwei Jahren gefeiert. Am 24. Juli 2016 gab es im Biergarten des Riedenburger Brauhauses

Ein großes Brauereifest

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Von morgens bis abends wurde gefeiert. Bei bayerischer Volksmusik drehten sich die Tänzer und der Ochse am Spieß. Das war übrigens ein Bio-Ochse von der Benediktinerabtei Plankstetten. Zum Ochs am Spieß wurde selbstverständlich Bio-Bier von der Riebenburger Brauerei gereicht und zwar in rauen Mengen.

Zudem wurden Führungen durch die Brauerei angeboten, auf der auch die Auszeichnung „bestes Bio-Produkt Bayerns Silber“ präsentiert wurde, die ein paar Monate zuvor auf der Internationeln Grünen Woche in Berlin vergeben wurde.

Die Tradition

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Dort, wo 1866 in Riedenburg mit dem Brauen von Bier begonnen wurde, begann 1997 die Partnerschaft mit der Benediktinerabtei Plankstetten. Die Ergebnisse des kleinen Riedenburger Brauhauses im Altmühltal, über das sich die Burg Roseneck aus dem 12. Jahrhundert erhebt. können sich sehen lassen.

Das Brauhaus an der Altmühl ist ein Familienunternehmen in der vierten Generation und wird heute von Michael Krieger geführt. Nicht nur, dass die Kriegers seit 1991, als auf Öko umgestellt wurde und Bio-Bier gebraut wurde, produzieren sie in allen Bereichen nachhaltig. Längst ist die Brauerei der Kriegers eine Spezialitätenbrauerei mit hohen Ansprüchen, um sich von den großen abheben zu können. Allerdings stammt der Ruf der Brauerei, zwei Krieger-Brauereien gab es in Riedenburg, zwei von insgesamt sechs Brauerein in einem Ort, vom Unterkrieger und seinem Weizenbier.

Die Nachhaltigkeit

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wird bei Kriegers in Riedenburg groß geschrieben. Michael Krieger von der Riedenburger Brauhaus Michael Krieger GmbH & Co. KG spricht diesbezüglich von einer regionalen Kreislaufwirtschaft. In seinem Riedenburger Brauhaus würden ökologisches Braugetreide vom Klostergut in Staudenhof vier Klosterbiere (Dinkel, Spezial, Dunkles, Maibock) nach den Vorgaben und den im Klostereigentum befindlichen Braurezepten gebraut werden. Der „Brauabfall“ Biertreber werde „im Sinne eines geschlossenen Kreislaufes wieder im Klostergut als eiweißhaltiges Futtermittel eingesetzt“, versichert Krieger sogar auf der Heimatseite der Brauerei Riedenburger.

Die Bio-Brauerei

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Dass nur Malz, Hopfen, Wasser und Hefe ins Bier dürfen, das besagt die Tradition, aber leider nicht wie diese beschaffen sein müssen. Die Produkte bei Kriegers sind 100 Prozent Bio, also ökologisch produziert. Die Rohstoffe sind auch 100 Prozent Bio, denn sie stammen aus ökologischem Landbau. Zudem wird zu 100 Prozent auf Filtration und Wasseraufbereitung verzichtet. Das Wasser komme laut Krieger aus dem eigenen Brunnen und werde wirklich nicht chemisch aufbereitet. Und dass derjenige, der Einkorn, Emmer und Dinkel verwendet, zur Förderung der Biodiversität beiträgt, das weiß Michael Krieger und kauft von seinen Bauern bewusst nur ungekreuzte Getreidearten. Mit anderen Worten: Genmanipulationstechnik kommt nicht in Frage. Naturdoldenhopfen sowie Hopfenpellets sowie eigene Hefereinzucht kämen zum Einsatz. Die Produkte würde man selbst überprüfen und sie würden durch BCS, Bioland und EU-Biozeichen ständig kontrolliert werden, führt Michael Krieger aus, der auf seine Biere stolz sein darf.

Die Biere

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unterscheiden sich in Plankstettener und Riedenburger. Die Plankstettener Biere sind ein naturtrübes Dinkel aus 50 Prozent Dinkelmalz und 50 Prozent Gerstenmalz mit einer Stammwürze von 11,8 Prozent und einem Alkoholgehalt von 4,9 Volumenprozent. Das Plankstettener Spezial ist ebenfalls naturtrüb, kräftiger und bernsteinfarben – kurz: ein klostertypisches Spezialbier aus hellem und dunklem Gerstenmalz mit einer Stammwürze von 13,5 Prozent und einem Alkoholgehalt 5,3 Volumenprozent. Dass Dunkle ist – klar – aus dunklem Gerstenmal und mundet vor allem malzaromatisch. Das herzhafte Dunkle bietet eine Stammwürze von 12,5 Prozent und ein Alkoholgehalt 5,0 Volumenprozent. Alle guten Plankstenner Biere sind vier. Den Abschluss bildet ein Starkbier. Das Maibock, das ausschließlich aus dunklem Gerstenmalz gebraut wird, wartet mit einer Stammwürze von 16,5 Prozent und einem Alkoholgehalt von  6,8 Volumenprozent auf.

Die Riedenburger Biere kann man weder an einer noch an zwei Händen abzählen. Sie gliedern sich in fruchtige Hefeweizen, malzige Urgetreidebiere, traditionelle und alkoholfreie Biere, sowie Doldenbiere und Spezialitätenbiere wie das Riedenburger Weizendoppelbock. Aus der guten, alten Bügelflasche lauft das mit Weizen- und Gerstenmalz gebraut Bier, eingebraut mit einer Stammwürze von 18 Prozent und einem Alkoholgehalt von 7,8 Volumenprozent, in Mund und Rachen. „Das feine Aromenspiel von fruchtiger Süße“ solle „an Pflaume“ erinnern „und der feinherbe Ausklang … die winterliche Bockbierzeit“ verlängern. Das lesen wir gerne und trinken Riedenubrger Ur-Weizen, Riedenburger Ur-Helles und ein historisches Emmerbier von Riedenburger.

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Das Ur-Weizen wird traditionell in offener Obergärung hergestellt. Aus dem in der 0,5-Liter-Flasche angebotene bernsteinfarben Bier mag mancher Zeitgenosse Nelken erkennen, wir auf dem Eitekkt die Zutaten Quellwasser, Weizenmal, Gestenmal, Emmermalz, Aromahopfen und Hefe sowie die Angeben über eine Stammwürze von 12,8 Prozent und einen Alkoholgehalt von 5,3 Volumenprozent. Das obergärige und naturtrübe Hefenweizenbier mag ein Bukett von Malz bis Muskat bieten und neben Malz auch nach Karamell schmecken.

Das Riedenburger Ur-Helles ist goldgelb in der Farbe und unfiltriert, fein würzig im Bukett und vollmundig im Geschmack. Das traditionelle Bier ist ein typisch bayrisches helles Vollbier mit einer Stammwürze von 11,8 Prozent und einem Alkoholgehalt 4,6 Volumenprozent.

Das Emmerbier ist eines der Urgetreidebiere mit mit 50 Prozent Emmermalz, Einkorn-, Dinkel-, Gersten- und Weizenmalz. Das dunkle bernsteinfarbe Bier begeistern beim Gucken und am Gaumen. DieStammwürze beträgt 12,8 Prozent und der Alkoholgehalt 5,1 Volumenprozent.

Diese drei von uns getrunkenen Riedenburger Biere sind wahre Lebens- und Genussmittel.

Der Film

Sehenswert und um einen weiteren Eindruck zu bekommen ist der Film-Beitrag von Bertram Verhaag, den in der BR-Mediathek unter dem Titel „Der Ökobräu im Altmühltal“ in der Reihe „Unter unserem Himmel“ gesehen werden kann.

Riedenburger Brauhaus

Michael Krieger GmbH & Co.KG

Hammerweg 5, 93339 Riedenburg

Telefon: 09442/ 99 160, E-Mail: info@riedenburger.de, Web: www.riedenburger.de