Thales und Tacheles oder „Käts Lieblingsrezepte aus ihrer Heimat“ in der Rezeptsammlung „Einfach griechisch Kochen“ von Katerina Dimitriadis

33
"Einfach griechisch kochen" von Katerina Dimitriadis. © Dorling Kindersley Verlag GmbH, München, in Penguin Random House

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Draußen weht der Win und peitsch Regentropfen an die Fenster der warmen Redaktionsstube. Hier wird gut und gerne geheizt und zwar mit Gas aus der Russländischen Föderation. Und nicht nur der Ofen des heimischen Herdes!

Nein, Thales, der von Milet, nicht Miele, ist nicht der Gott des Herdes, als solche beziehungsweise Göttin des Feuers und des Herdes gilt Hestia, sondern der angeblich erste Philosoph, der dem Schicksal für drei Dinge dankbar war: „Erstens, daß ich als Mensch geboren bin und nicht als wildes Tier. Zweitens, daß ich als Mann geboren bin und nicht als Frau, und drittens, daß ich als Grieche geboren bin und nicht als Barbar.“

Mann-o-Mann möchte manch einer sagen, doch das gilt auch für das 160 Seiten mfassende Buch mit dem Titel „Einfach griechisch Kochen“ von Katerina Dimitriadis, in der sich „Käts Lieblingsrezepte aus ihrer Heimat“ befinden. Beim Zählen kam ich auf 60 Rezepte, doch laut einer Presseinformation des Dorling-Kindersley-Verlages sollen es „über 65 griechische Rezepte“ sein.

Die gebürtige Griechin, heißt es darin, habe „mit ihrer Mutter und Schwester viele Jahre ein griechisches Restaurant in Nürnberg“ geführt und stellte bereits vier Kochbücher zusammen. „Käts Studentenküche“, „Käts Start-up Küche“, „Käts Lunchbox“ und „Käts Last Minute Küche“ lauten die Titel, die Thales trotz entwaffnender Ehrlichkeit und schlichter Schönheit bestimmt nicht in Entzücken versetzt hätten, aber „Käts Lieblingsrezepte aus ihrer Heimat“, die hätten ihm ganz sicher gefallen, denn der als vorsokratischer Naturphilosoph des archaischen Griechenlands Bekannte, der auch als Geometer und Astronom gilt, könnte auch ein Gastrosoph gewesen sein, bestimmt war der Kaufmann kein Kostverächter, auch wenn er die Mathematik nicht als eine Art Sammlung von Kochrezepten verstanden haben solle.

Zurück zu Käts Sammlung, die sie in die Kapitel „Salate“, „Mezedes & Dips“, „Fleisch“, „Fisch & Meeresfrüchte“, „Gemüse“ sowie „Süsses & Getränke“ gliederte. Ein zweiseitiges Register beendet das Buch, in dem die Autorin nicht nur solide Rezepte in Zutaten und Zubereitung kurz und bündig präsentiert – sogar mit dem Hinweis „veggie“ und „vegan“, sonder auch „die Küche ihrer Heimat“ vorstellt. Die scheint eine Schnellküche mit wenig Zutaten zu sein, denn alle im Buch veröffentlichten Rezepte ließen sich „mit nur zehn Zutaten in 20 Minuten zubereiten“. Quod erat demonstrandum!

Den einen oder anderen hellastischen Klassiker „wie Tsatsiki, Moussaka oder Bifteki“ gilt es, im Handumdrehen auf den Teller“ zu zaubern und zwar in der für die Aufgabe vorgegebenen Zeit. Währenddessen dürfen gute Gäste aus Käts „Kleinem Käselixikon“ vortragen und über „die griechische Vorratskammer“ der Dimitriadis philosophieren. Was würde Thales von Milet dazu sagen?

Bibliographische Angaben

Katerina Dimitriadis, Einfach griechisch kochen, Käts Lieblingsrezepte aus ihrer Heimat, 160 Seiten, mit 100 farbigen Fotos, Format: 189 x 246 mm, Verlag: Dorling Kindersley Verlag GmbH, München, in Penguin Random House, 1. Auflage, 12.4.2022, ISBN: 978-3-8310-4109-1, Preise: 19,95 EUR (Deutschland), 20,60 EUR (Österreich)

Vorheriger ArtikelEin Mineralwasser-Rezept von Felix Petrucco: Schokoladenmuffins mit Himbeersauce und kleiner Überraschung
Nächster ArtikelAlles im Rahmen und in Schüsseln? – Zum Kochbuch „Ramen, Bowls & Dumplings“ von Pippa Middlehurst