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„Vom Kipferl zum Croissant. Wiener Feingebäck einfach selbst machen“, ein besonderes Backbuch von Barbara van Melle, Pierre Reboul und Inge Prader

"Vom Kipferl zum Croissant. Wiener Feingebäck einfach selbst machen", von Barbara van Melle, Pierre Reboul und Inge Prader. © Pichler

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Wer möchte nicht das eine oder andere „Wiener Feingebäck einfach selbst machen“? Im 192 Seiten umfassenden Buch mit dem Titel „Vom Kipferl zum Croissant“ bieten Barbara van Melle und Pierre Reboul Rezepte mit Zutaten und Zubereitung. Die Rezepte sollen, so die Autoren Barbara van Melle und Pierre Reboul, die „der modernen Viennoiserie“ sein „und uralte Rezepturen“, die für dieses beeindruckende Buch „aus der Vergessenheit geholt“ worden seien. wie Barbara van Melle eingangs mitteilt.

Das Werk ist reich bebildert worden. Die sachdienlichen wie ansehnlichen und Appetit anregenden Photographien, die in ihrer nüchternen Art beeindrucken und auf diese Weise das Wahre, Gute und Schöne vermitteln, stammen von Inge Prader.

Das Buch „Vom Kipferl zum Croissant“ hebt sich von überwiegend kunterbunten Kochbüchern, die wie für Büchertapeten in postadoleszenten Kindergärten gemacht scheinen, wohlwollend ab. Die Autoren halten, was sie versprechen. Zudem nerven sie nicht mit ellenlangem Kauderwelsch in üblicher Ich-Erzähler-Manier vieler mir übler Blogger und Beeinflusser, die nicht nur wie eine Krankheit klingen, sondern obendrein oft das Thema verfehlen.

Barbara von Melle weist beispielsweise auf den in Vergessenheit geratenen August Zang hin, der „ein herausragender unternehmerischer Geist“ gewesen sei. „Zang war es, der das Wiener Kipferl 1838 nach Paris brachte. Dort wurde es zum Croissant“, heißt es zu Beginn auf Seite 7. Das Backbuch, in dem die Autoren jede Menge ausgesuchte Backrezepte bieten, ist auch ein Geschichtsbuch, in dem geschrieben steht, daß 1839 „in Wien 197 Bäckereibetriebe gezählt“ worden seien. Und daß der erwähnte August Zang „ein Jahr davor in Paris seine ‚Boulangerie viennoise‘ eröffnet“ habe, das liest man auch.

Auch der Wiener Bäcker- und Zunftmeister Paul Lundler, für den 1506 das Bäckerkreuz aus Sandstein errichtet wurde, wir erwähnt. Nach den Kapitel „Die Geschichte der Wiener Bäckerei“ und „August Zang und die Viennoiserie“ folgen Rezepte, die wie folgt gegliedert wurden: „Handgebäck aus Semmelteig“, „Handgebäck aus mürbem Teig“, „Flaumiges Gebäck aus Germteig“, „Buttrige Briocheteige“, „Backwerke aus Plunderteig“ und „Backwerke aus Blätterteig“. Mit dem Kapitel „Auf Vorrat“, in dem Rezepte „vom Zwieback zum Christstollen“ zu finden sind, wird die Rezeptsammlung beendet.

Mit „Bäckerwissen und Bäckerlatein“, ein Rezeptregister, ein „kleines österreichisch-deutsches-Wörterbuch“ und ein Impressum endet das gehaltvolle gebundene Buch mit Lesebändchen.

Bibliographische Angaben:

Barbara van Melle, Pierre Reboul und Inge Prader, Vom Kipferl zum Croissant, Wiener Feingebäck einfach selbst machen. Die Geschichte der Viennoiserie, 192 Seiten, Sprache: Deutsch, Format: 19.0 x 24.5 cm, Bindung: fester Einbach mit Lesebändchen, Verlag: Pichler in der Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG, Wien, 1. Auflage 3.10.2019, ISBN: 978-3-222-14039-6, Preis: 35 EUR (Österreich), auch als E-Buch für 26,99 EUR erhältlich

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