Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Das, was die ProWein in Düsseldorf am Rhein für die Bundesrepublik Deutschland ist, das ist die Vinitaly in Verona an der Etsch, italienisch Adige genannt, für die Republik Italien. Diese alte und einst deutsche Stadt wurde Dietrichsbern genannt, aber auch Welsch-Bern. In diesem Jahr soll die größte Weinmesse der Republik Italien vom 12. bis zum 15. April stattfinden.
Für mich ist die Etsch ein deutsche Fluß, aber nicht nur am Ende im Arsch, doch das nicht, weil er in den Po mündet, sondern allerlei Müll in diesen vor allem ab dem Raum Trient geleitet wird, von Verbauungen und Begradigungen, Stauungen und Wasserentnahmen ganz zu schweigen. Es gibt auch in diesem Jahrtausend Jahre, in denen die Etsch bis zu 40 Prozent weniger Wasser als durchschnittlich führt und bei Trient immer wieder chemischen Schaum. Das Wahre, Gute und Schöne ist das nicht. Und auch in Verona mag kein Kluger auch nur einen Schluck Wasser aus der Etsch trinken, aber Wein und das nicht nur zur Vinitaly.
Seit 58 Jahren wird in Verona die Vinitaly veranstaltet, die mittlerweile auch anderswo Anklang fand. In Neuyork, VSA, in Oslo, Königreich Norwegen, Bento Gonçalves, FRB, Warschau, Republik Polen sowie Shenzhen und Chengdu, VR China, finden die Vnitaly an festen Orten statt und in Kasachstan an verschiedenen. Tirana, Albanien, Tokio, Japan, und Neu Delhi, Republik Indien (Bharat) wurde kürzlich mit einer Vinitaly beglückt und in Belgrad, Serbien, soll auch ein Ableger der Vinitaly blühen. Vinitaly sei, so der Veranstalter, eine Marke, die rund um die Welt bekannt sei und deswegen an vielen lohnenswerten Orten in der Welt veranstaltet werden soll. Beim Veranstalter ist zumindest von Orten in den wichtigsten Nachfragemärkten die Rede.

Besonders beliebt ist die Vinitaly in Verona, also das Testen und Trinken genannte Verkosten von Weinen im historischen Zentrum der Stadt statt in den Messehallen. Zwar wird auch der eine oder andere Vortrag gehalten, aber der Schwerpunkt liegt auf Speis und Trank beziehungsweise gute Weine und gute Laune in schöner Lage. Dafür werden immer besondere Plätze und Paläste ausgesucht. Wie wäre es mit Spaß an der Freud auf dem Piazza dei signori genannten Platz oder im Cortile del Tribunale genannten Palast aus dem 13. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung.
Für anstehende und gestandene Gastrosophen dürfte womöglich die Vinitaly’s Gourmet Experience von Bedeutung sein, wobei das Ristorante d’Autore di Campagna Amica – La Casa della Cucina Italiana im Mittelpunkt stehen dürfte. Das Projekt, das gemeinsam mit Coldiretti, Campagna Amica und Terranostra entwickelt wurde, solle „den Dialog zwischen Landwirtschaft, Küche und Region in den Mittelpunkt der Messe “ stellen. Doch keine Angst, am Ende geht es ums Verkaufen, um Lohn, Preis und Profit. „Am 12. April 2026 (Palaexpo, Ebene 1) wird das Degustationsmenü von Ciro Scamardella vom Pipero zusammengestellt, am 13. April übernimmt Riccardo Monco von der Enoteca Pinchiorri, am 14. April steht Tortellante im Rampenlicht – der von Chefkoch Massimo Bottura unterstützte Verein zur sozialen Förderung, und am 15. April gehört die Bühne den Cuochi Contadini (Bauernköchen), den Hütern der ländlichen Tradition und des lokalen gastronomischen Erbes, die eine Interpretation der italienischen Küche bieten, die landwirtschaftliche Lieferketten, Esskultur und den Kampf gegen Verschwendung vereint“, so der Veranstalter. Dabei wird auch Kaffee beworben. Nach Speis und Trank darf es ein Espresso von der Rösterei È Tricaffè der Familie Aneri sein. Wohlsein!
Kenner und Kritiker wissen, daß das Ristorante d’Autore di Campagna Amica – La Casa della Cucina Italiana während der Vinitaly nicht das einzige Restaurant dieser Messe ist. Speis und Trank im Ristorante Momenti d’Autore di Vinitaly sind auch nicht zu verachten. In diesem sollen Talente der Jeunes Restaurateurs Italia ihr Können zeigen. Auf die Köche Giorgio Bartolucci (Atelier Ristorante, Domodossola), Alfonso Caputo (Taverna del Capitano, Nerano – Marina del Cantone), Leonardo Fiorenzani (La Sosta del Cavaliere, Sovicille) und Agnese Loss (Osteria Contemporanea, Gattinara) dürfen sich Besseresser freuen.
Gewitzigt Street Food genannte Imbißbuden werden wie immer hier und da betrieben., darunter eine Mixologen-Bar. Carlo Cracco ist mittenmang statt nur dabei. Und im Ristorante Piemonte kocht Davide Palluda vom Ristorante All’Enoteca in Canale d’Alba mit Kollegen und zwar Spezialitäten aus der Region Piemont. Auch wenn Verona an der Etsch und also in der Venetien genannten Region liegt, darf diese kulinarische Ausflug sein. Und wenn man einmal da ist, dann gilt es, auch die berühmte Arena di Veroni in Dietrichsbern / Welsch-Bern zu besuchen.
Anmerkung:
Siehe die Beiträge
- Wine tours through Italy – Vinitaly Tourism von Rainer Wein
- Weinreisen durch die Republik Italien – Vinitaly Tourism von Rainer Wein
- Demnächst in Verona: die 55. Ausgabe der Vinitaly oder „Vinitaly und die Stadt“ von Rainer Wein
- Die 54. Vinitaly in Verona im April 2022 von Rainer Wein
im Magaziin GASTROSOFIE.
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