BernardiBräu im Brauereidorf Rettenberg oder Die höchste Brauerei der Berliner Republik

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Die "BierAlp" mit dem "BernardiBräu" in Rettenberg am Grünten (4. Juli 2016). © 2016, Münzenberg Medienm, Foto: Stefan Pribnow

Berlin, Deutschland (Gastrosofie). Am Fuße des Grünten, einem 1737,9 m ü NHN hohen und für Flachlandtiroler wirklich gewaltigen Berg, der als „Wächter des Allgäu“ gilt, liegt Rettenberg. Den Übelhorn im Blick, so wird der Hauptgipfel des nördlichsten Berges der Allgäuer Alpen genannt, habe ich vor allem Bier im Visier.

Richtig, Rettenberg gilt als südlichstes Brauereidorf der Bundesrepublik. Gefühlt seit Jahr und Tag sind die Brauerei Engelbräu und die Brauerei Zötler im Ort ansässig, in dem – rechnet man zum Ortskern um die fürs Allgäu typische Kirche noch eine Hand voll Ortsteile wie Kranzegg hinzu – über 4000 Menschen leben. Zählt man die Besucher auch noch hinzu, ist die Hütte voll. Da braucht es Bierbrauer.

Die alteingesessenen großen Brauereien bekamen letztes Jahr Zuwachs und zwar eine feine Konkurrenz, die bekanntlich das Geschäft belebt. Im Mai 2015 eröffnete Bernhard Göhl seine Kleinbrauerei „BernardiBräu“ in der Talstation der Kammeregg-Skilifte. Die Station liegt auf 980 m ü NHN und deswegen gilt die neueste und kleinste Brauerei in Rettenberg immerhin als höchste Brauerei der Berliner Republik.

Obergäriges Bier aus dem Oberallgäu direkt vom Fuße des Grünten. Wie geil ist das denn? Das frage ich mich nicht lange, sondern laufe los: gehen, gucken und genießen. Den Kammeregger Weg wandere ich rauf bis zur „BierAlp“. Auf grünen Wiesen am Berg und in echt idyllischer Lage stehen die Gebäude. Das gepflegte Gelände wird umgeben von hohen Tannen, die sich im Wind, der über das Allgäu dunkle Regenwolken schickt, wiegen.

Leider sind die Türen zu. Der Getränketechnologe und diplomierte Braumeister Bernhard Göhl ist nicht da. Einen Blick durch die Fenster und aufs iPhone gönne ich mir. Öffnungszeiten sind leider nur mittwochs und samstags von 10 bis 13 Uhr und mittwochs und freitags von 14.30 bis 18 Uhr. Pech oder eben Kleinbrauerei. Ein Schluck aus der Wasserflasche tut`s zur Not auch.

Unter „BernardiBräu“ erfahre ich auch, dass die Malze aus Bayern und der Hopfen aus Hallertau oder der Tettnanger Gegend kommen. Dass das frische Gebirgswasser direkt vom Grünten stammt und das Brauwasser wirklich „quellfrisch und bergfrisch“ ist, das glaube ich beim Blick auf den großen Berg, der mittlerweile in den Wolken liegt, gerne.

Die „nach handwerklicher Braukunst“ produzierten Bierspezialitäten sind nur in kleinen Mengen vorrätig. Doch die besonderen Biere werden nicht nur hier und in Läden in Rettenberg und Umgebung verkauft oder in einigen Gaststätten und Berghütten der Region, sondern auch versandt.

Was da im Karton verschickt wird, das sieht im Bild gut aus und trägt Namen wie „Gigglstuinar“ (als Märzen naturtrüb sowie als helles und dunkles Weizen, 5,6 % vol. Alc.), „Allgäuer Hirtenbier“ (helles Vollbier, naturbelassen, 4,9 % vol. Alc.), „Stuiböckle der Helle“ (untergäriges helles Bockbier, 7 % vol. Alc.), „Gämsböckle“ (obergäriges Weizenbock, 7,1 % vol. Alc.), „BernardiBock“ (untergäriges dunkles Bockbier, 7 % vol. Alc.) und „10.0 Sau stark“ (helles Triple-Bock, 10 % vol. Alc).

Das klingt wie Musik in meinen Ohren und wäre was für Mund und Magen. Jetzt muss ich diese prächtige Auswahl besonderer Biere von „BernardiBräu“ aus Rettenberg am Grünten nur noch probieren.

BernardiBräu

Kammeregger Weg 7, 87549 Rettenberg/Kranzegg, Telefon: +49 (0) 8327 / 93261-80, Web: https://www.bernardibraeu.de